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Der Ortsrat setzt auf Harmonie

BAD MÜNDER. Zwei Monate nach dem Wahltermin sind Nickligkeiten und Wahlkampfmanöver vergessen – zumindest die meisten. Der Ortsrat Bad Münder schwamm zur konstituierenden Sitzung am Mittwochabend auf der großen Harmoniewelle, Umarmungen und Blumen prägten das Bild. Nur einmal wurde der Ton schroffer.

Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah (CDU) begrüßt ihren neuen Stellvertreter im Ortsrat der Kernstadt, Udo Zelck (SPD), im Amt. FOTO: Rathmann
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Zentrales Thema der konstituierenden Sitzung war die Verpflichtung der neuen Ortsratsmitglieder, und neben erfahrenen Vertretern gab es gleich mehrere Neulinge. Bianka Rakel gehört auf CDU-Seiten dazu, auch Udo Zelck von der SPD bemühte sich erstmals um ein Mandat im Ortsrat. Verpflichtet wurden auch zahlreiche politische Urgesteine – als Ratsmitglieder mit beratender Stimme dem Ortsrat zugehörig oder als gewählte Ortsratsmitglieder mit Stimmrecht.

Und gerade die große Zahl der Mitglieder mit beratender Stimme veranlasste Uwe-Peter Keil als in der Sitzung ältestes Mitglied, auf eine Besonderheit bei der Wahl der oder des Ortsratsvorsitzenden hinzuweisen. Wählen konnten nur stimmberechtigte Mitglieder, gewählt werden konnte aber als Ortsratsvorsitzender und damit auch als Ortsbürgermeister auch ein Mitglied mit beratender Stimme. „Ist aber meines Wissens noch nie vorgekommen“, erklärte Keil schmunzelnd – und kam auch in der Sitzung am Donnerstagabend nicht vor: Einstimmig wurde die bisherige Vorsitzende Petra Joumaah (CDU) erneut gewählt. Sowohl Helmuth Mönkeberg (proBürger) als auch Hubertus Wöllenstein (Grüne) erklärten, ihre Wahl unterstützen zu wollen, und auch die von Udo Zelck (SPD) als Vertreter der zweitstärksten Gruppierung als Stellvertreter. Darum hatte Swen Fischer (SPD) mit der Ankündigung, dass die SPD-Vertreter Joumaah mitwählen würden, gebeten. Einstimmig wurde Ortsratsneuling Zelck zum stellvertretenden Ortsbürgermeister gewählt. Der dankte für die „warmen Worte“ zur Begrüßung und das Vertrauen, machte dann der Stadt Komplimente: „Bad Münder ist eine besondere Stadt mit besonderen Menschen. Ich fühle mich hier wohl und zuhause – viele wissen gar nicht, wie attraktiv diese Stadt mit ihrem großen ehrenamtlichen Engagement ist.“ Nach dem Lob provozierte er mit einer Frage dann aber doch noch Verstimmung: Hans-Ulrich Siegmund (CDU) hatte auf seinen Ortsratssitz verzichtet, Bianka Rakel war nachgerückt. Zelck fragte nach dem Grund, weil die ehrenamtliche Tätigkeit „nicht so einfach abgelehnt werden könne“ – und Siegmund reagierte verschnupft: Schließlich habe die SPD auf Kreisebene ein Mitglied auf Listenplatz 1 ein Amt nicht annehmen lassen, er selbst habe auf Kreisebene und Stadtratsebene auf Platz 1 kandidiert und beide Mandate angenommen. Im Ortsrat sei er seit 32 Jahren, habe er auf Listenplatz 12 kandidiert und durch die Nicht-Annahme des Mandates einer jungen Frau das Nachrücken ermöglicht. „Ich finde eine solche Frage unglaublich. Wir haben gut angefangen, aber wenn Sie so kommen – dann können wir auch anders weitermachen“, konterte Siegmund scharf.



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