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Der Landkreis als Mieter

Bad Münder. Um der stetig steigenden Zahl von Flüchtlingen gerecht zu werden, bittet der Landkreis private Immobilienbesitzer, leerstehende Wohnungen kurzfristig anzubieten. „Vermieten Sie Wohnraum an den Landkreis und verhelfen Sie so Flüchtlingen zu einer menschenwürdigen Unterkunft“, appelliert die Kreisverwaltung jetzt in einer flächendeckenden Werbeaktion.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Ziel des Landkreises ist es, so lange wie möglich am Konzept der dezentralen Unterbringung festzuhalten – Wohnungen statt Flüchtlingsquartiere in Sporthallen oder Containern. So könne neben einer menschenwürdigen Unterbringung auch die Integration der Flüchtlinge verbessert werden, ist man bei den für die Unterbringung zuständigen Mitarbeitern überzeugt.

Positiv wird auch die Entscheidung gesehen, dass der Landkreis als Mietvertragspartner auftritt. Vermieter erhalten nach Abschluss eines Mietvertrages direkt und regelmäßig die Wohnkosten von der Kreisverwaltung. „In der Vergangenheit war es nicht immer einfach, wenn Vermieter direkt mit Flüchtlingen, die oftmals kein Deutsch oder Englisch sprechen, rechtlich bindende Mietverträge abschließen sollten“, weiß Udo Koep, im Ordnungsamt Bad Münder für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Rund 80 waren das in den vergangenen drei Jahren, in diesem Jahr bereits 29. Koep rechnet aber mit einem deutlichen Anstieg noch in diesem Jahr. Die Zuweisung von 72 Flüchtlingen ist für 2015 angekündigt worden – allerdings noch zu einer Zeit, zu der die erwarteten Flüchtlingszahlen noch geringer eingeschätzt wurden. Koep würde es nicht überraschen, wenn die Quote für Bad Münder im Laufe des Jahres auf 100 hinaufgesetzt würde. In diesem Fall würde auch das Kontingent der aktuell zur Verfügung stehenden Wohnungen in Bad Münder – bereits jetzt bieten Vermieter leer stehenden Wohnraum an – nicht mehr ausreichen.

Als außerordentlich hilfreich habe sich bislang die Arbeit der Integrationslotsen erwiesen, die Flüchtlingen die Ankunft in Bad Münder erleichtern und in der sprachlichen und gesellschaftlichen Integration begleiten. „Da wird ehrenamtlich hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind sehr froh darüber“, sagt Koep.

Die Kreisverwaltung macht mit Flyern und Plakaten auf die Mietraum-Suchaktion aufmerksam. Landrat Tjark Bartels bedankte sich gestern bei allen, die für diese Kampagne, „ihr bekanntes Gesicht zur Verfügung gestellt haben“ – darunter auch die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Landkreis.

Fragen rund um das Thema und Wohnraumangebote werden in der Kreisverwaltung unter 05151/903-0 sowie per E-Mail an fluechtlingshilfe@hameln-pyrmont.de entgegen genommen.



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