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Nachwuchsangler kommen im Fischerei- und Naturschutzverein GFN gut an / Forellenseuche in Hessen und NRW

Der kleine Paul ist der Größte

LÜGDE. Nahezu professionell begab sich der neunjährige Paul Kraft zu seinem Vereinsvorsitzenden Klaus Zumhasch, um stolz den Pokal und dazu eine Angelrute entgegennehmen zu können.

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Autor

Klaus Titze Reporter

Hatte er doch als einer von 17 in der Jugendgruppe der Gemeinschaft seinen ersten selbst gefangenen Fisch, eine große Bachforelle, aus dem Wasser gezogen und konnte somit den Titel des diesjährigen Angelkönigs für sich verbuchen.

Überhaupt fand Christian Zünkler als verantwortlicher für den Fachbereich Jugend nur lobende Worte für seine Nachwuchs-Naturschützer. Im 14-tägigen Rhythmus treffen sich die jungen Leute, um ihre Wurftechniken auszufeilen. Für dieses Jahr hätten sie bereits Wünsche geäußert, wie beispielsweise neue Abschnitte entlang der Emmer zu erkunden. Dabei sei der Angelerfolg nicht das Entscheidende, sondern der Spaß an der Sache. Immerhin könnten sie den Gästen beim Schnupperangeln oder im Ferienspaß schon eine Menge an erlernten Fertigkeiten präsentieren.

Neu in dieser mit gut 50 von aktuell 126 Mitgliedern der Gemeinschaft gut besuchten Jahreshauptversammlung wurde vom Vorsitzenden erstmalig ein Fischerei-Erlaubnisscheinheft vorgestellt und ausgehändigt. Neben der Möglichkeit, damit seinen Meldepflichten gegenüber der Gemeinschaft vereinfacht nachkommen zu können, biete das Heft eine Fülle an Informationen zu Gewässern und Fischarten, an denen die Gemeinschaft Anteil und Pflege habe.

Dass in diesem Jahr kein Äschenaussatz vorgenommen werde, sei einer sich in Hessen und NRW ausbreitenden Forellenseuche geschuldet. Ein recht aggressiver Virus verbreite sich sehr schnell und sorge dafür, dass viele Fische getötet werden müssen. Annähernd 60 Betriebe in diesen beiden Bundesländern seien bereits betroffen.

Zumhasch informierte auch über die Ursache für einen reduzierten Fischbestand. Dabei geht es um den Kormoran, dessen Bestände rapide zunehmen. So entnähme der in Deutschland auf rund 100 000 Tiere geschätzte Vogelbestand jährlich gut 22 000 Tonnen Fisch den Gewässern. Das sei gleichzusetzen mit dem Fangertrag der gesamten Berufs- und Angelfischerei.

Aktuell werde an einer bestehenden europäischen Vogelschutzrichtlinie gearbeitet und einige Bundesländer dächten über eine Kormoran-Regulierung nach. Ob diese Ansätze allerdings auf das FFH-Gebiet der Emmer anzuwenden seien, bezweifelte der Vorsitzende.

Geangelt wurde ein Hecht von 1,30 Meter Länge. Mirco Hundertmark erhielt für seinen Einsatz als Umwelt- und Gewässerschutzwart einen Pokal, wie auch Pascal Lödige als erwachsener Angelkönig und Günter Paskarbeit für seine Helferdienste und Bereitstellung seines Maschinenparks. Thomas und Erwin Lödige erhielten als Dank für ihre Arbeiten am Vereinsheim große Präsentkörbe.




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