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Erstes "Honigfest" lockt 1000 zur "Schaumburger Waldimkerei"

"Der Honig ist nur Nebensache"

Reinsdorf (nah). Die geheimnisvolle Welt der Bienen hat es den Menschen offenbar angetan. Weit mehr als 1000 Besucher wollten sich das erste "Honigfest" der "Schaumburger Waldimkerei" in Reinsdorf nicht entgehen lassen. Der kleine Bückebergort war in Teilbereichen fast den ganzen Tag über zugeparkt. Rund um das ehemalige Forsthaus war eine ganze Menge los.

Bei Imker Klaus Koschnick stehen die Kinder gern Schlange. Erst erläutert der Mann im weißen Schutzanzug die verschiedenen Apparate, mit denen ein Züchter die fleißige Ernte der Bienen verarbeitet; dann holt er einen großen Wabenrahmen aus der Schleuder und lässt seine kleinen Zuhörer mit dem Finger über die winzigen sechseckigen Öffnungen fahren: "Mmmh, lecker!" Große Leute machen sich dagegen gleich an der Probierstation zu schaffen: Dort kann von den verschiedenen Honigarten gekostet werden. Unterdessen erläutert Anna-Maria Giehl im Zwei-Stundentakt an einem Bienenstock im Garten das Leben der summenden Insekten. Jedes Mal scharen sich um sie wenigstens 30 Zuhörer und erfahren etwas über die Bedeutung der Biene: "Der Honig ist doch nur Nebensache", betont Schaumburgs einzige Imkermeisterin, "mit der Bestäubung der Blüten erfüllen Bienen eine viel wichtigere Aufgabe im Naturkreislauf". Und sie klagt über die zunehmenden Bedrohungen durch Monokulturen in der Landwirtschaft, durch den Einsatz von Spritzmitteln und das Fehlen von Hecken in der Feldmark: "In der Rapsblüte herrscht ein Überangebot; danach müssen Bienen fast hungern." So wollen sie und ihr Mann Max mit dem "Honigfest" letztlich zur "Bewusstseinsbildung" beitragen. Mitstreiter haben sie dabei schon gefunden: Viele andere Imker helfen an diesem Tag mit; die Jägerschaft stellt an ihrem Info-Mobil heimische Tiere vor; der Naturschutzbund Rodenberg lädt zu Nistkastenbau und Biotoppflege ein. Der Wissensdurst der Zuhörer ist noch lange nicht gestillt: Schon haben sie Hornissen und Wespen am Einflugloch zum Bienenstock entdeckt und wollen nun etwas über das Verhalten dieser Insekten untereinander erfahren. Und natürlich geht es um Stiche und deren mögliche Folgen. Zu guter Letzt muss Giehl auch noch verraten, wie sie zu ihrem Beruf gekommen sei. Das fällt ihr nicht schwer angesichts der Nähe zur Natur, der Vielfalt der Bienenzucht, den damit verbundenen handwerklichen Arbeiten und der eigenen Vermarktung. Deshalb sieht die Imkermeisterin das erste "Honigfest" auch als einen persönlichen Schlussstrich: Der Umbau des alten Forsthauses sei nach fünf arbeitsreichen Jahren inzwischen abgeschlossen. Außerdem habe sich das kleine Unternehmen soeben von "Bienen-Max" zur "Schaumburger Waldimkerei" umfirmiert. Ein dickes Lob für Idee und Organisation des Tages war bereits von einem der ersten Besucher gekommen. Der Landesvorsitzende der hannoverschen Imker, Jürgen Frühling, hatte das Fest eröffnet, das später mit Ponyreiten, Stockbrotbacken und Bastelecke besonders für Kinder noch eine Menge bieten sollte. Für Kurzweil bei den Erwachsenen sorgten Drehorgelmusik und etliche kulinarische Genüsse. Dass das lange Kuchenbuffet bald auch von zahllosen summenden Gästen inspiziert wurde, nahmen die Besucher klaglos hin. Mit Honig gebackene Teigwaren sind halt für Bienen und Wespen eine nicht minder begehrte Leckerei.




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