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Der Grund für die Purrmann-Absage

HASPERDE. Ein Bodengutachten mit verheerenden Auswirkungen: Eigentlich hatten Stadt, Landkreis und auch der Logistikunternehmer Purrmann den Wechsel des Unternehmens ins Gewerbegebiet Rascher Ort schon fast in trockenen Tüchern geglaubt – doch ein 10000-Euro-Gutachten macht ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Einen höheren einstelligen Millionenbetrag will Purrmann investieren – und sucht nach dem Aus am Raschen Ort nun wieder nach einer Fläche von etwa 30 000 Quadratmetern. Die Hamelner Wirtschaftsförderung hat bereits wieder Kontakt aufgenommen. Foto: D

Autor:

Birte Hansen-Höche und Jens Rathmann

Purrmann hat von der Ansiedlung in Hasperde Abstand genommen. Dass das Gutachten diese Entscheidung nach sich ziehen könnte, damit hatte offenbar niemand gerechnet. „Das sollte eigentlich nur eine Formalie sein“, sagt der kaufmännische Leiter Jan Purrmann, „obligatorisch, nur, damit wir’s gemacht haben.“ Dass dabei tatsächlich herauskommt, dass die Tragfähigkeit des Bodens den Unternehmensplänen nicht standhalten könnte, „das hätten wir nie gedacht“.

Laut Gutachten beginne die benötigte Tragfähigkeit erst ab einer Tiefe von sieben bis acht Metern, berichtet der Geschäftsführer. Und auch dort sei es erst „annähernd“ die Tragfähigkeit, die für das geplante Lager mit Hochregalen benötigt würde. Bis zu fünf Tonnen Punktbelastung müsste der Boden aushalten. Das Abtragen riesiger Erdmengen oder eine Pfahlgründung mit Beton wären möglich, doch dann wäre „die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben“, erklärt Purrmann, warum unterm Strich die Abkehr von dem Gewerbegebiet steht.

In Bad Münder sorgte die Nachricht, die Bürgermeister Hartmut Büttner Teilen der Politik unmittelbar vor der Ratssitzung am Donnerstag überbrachte, für große Enttäuschung. Gleichzeitig stellen sich nun auch Fragen: Wie geht es weiter mit dem Raschen Ort? Die Bodenstruktur der kreiseigenen Flächen war im Rathaus unbekannt. „Als wir die Straßenbauarbeiten am Raschen Ort begleitet haben, haben sich keine Auffälligkeiten ergeben“, sagt Bauamtsleiter Uwe Hünefeld.

Während das Werben um Purrmann in Hameln wieder aufgenommen wurde, steht für den Landkreis und die Stadt nun eine intensive Überprüfung der Möglichkeiten am Raschen Ort an.



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