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Garten-AG der Wilhelm-Raabe-Schule wird vom Sozialministerium und Kinderschutzbund gefördert

Der Garten ruft zu jeder Jahreszeit

Hameln. Einmal in der Woche heißt es für die Dritt- und Viertklässler der Garten-AG aus der Wilhelm-Raabe- Grundschule Südstadt: Ab ins Grüne, raus in die Natur. Nur über den Schulhof, am Bolzplatz vorbei und schon sind die Kinder und ihre Lehrerin Martina Markut in ihrem grünen Paradies angekommen. Hier erstreckt sich das große, naturnah gestaltete Erlebnisgelände des Hamelner Vereins Fuchsbau.

Das niedersächsische Sozialministerium und der Landesverband des Deutschen Kinderschutzbundes sind überzeugt vom Konzept der Garten-AG: Sie durchbricht die Benachteiligung von Kindern, indem die Jungen und Mädchen ihr Handeln als selbstwirksam und selbstbestimmt erleben können. Zudem integriert sie Flüchtlingskinder spielerisch und ganz ohne Worte durch die gemeinsame Arbeit und das Spiel im Garten. Vorbildlich und förderungswürdig, deshalb gibt es im nächsten Schuljahr auch eine finanzielle Unterstützung für die AG – worüber sich die Kinder und ihre Lehrerin natürlich sehr freuen. Die Garten-AG erhält insgesamt für die nächsten beiden Schuljahre 2000 Euro.

Vor zwei Jahren, im Frühjahr, haben die Kinder erstmals Beete angelegt und sie begeistert und regelmäßig bestellt. Nach den Sommerferien beginnt das Schuljahr für die 8- bis 10-Jährigen gleich mit dem Ernten: Äpfel werden gepflückt und köstlicher Saft wird daraus gepresst. Die Schüler staunen, wie einfach sich auch ein gutes Apfelmus in der Schulküche herstellen lässt. Kartoffeln mit den eigenen Händen auszubuddeln, sich über die vielen Knollen zu freuen und dann im Herbst allerlei Kartoffelgerichte zuzubereiten – das erleben viele Stadtkinder zum ersten Mal. Von den vielen Beerensträuchern im Fuchsbau ernten die Kinder Johannis-, Him- und Brombeeren. Was nicht sofort vernascht wird, kochen sie zu leckerer Marmelade ein. Sehr beliebt ist auch Obst-Quark. Den Herbst und Winter über stellen die Schüler Vogelfuttermischungen her, füllen Futterbeutel und verteilen sie im Gelände. Ist es sehr kalt, machen sie ein prasselndes Lagerfeuer und backen Stockbrot.

In diesem Frühjahr wurden die Beete wieder umgegraben und neu bestellt: Kartoffeln soll es unbedingt wieder geben, aber auch Kohlrabi ist gewünscht, Möhren, Radieschen, Zucchini, Zwiebeln, Weißkohl (für Krautsalat) und Zuckermais zum Grillen. Einige Gemüsepflänzchen haben die Kinder in dem großen Gewächshaus selbst ausgesät und vorgezogen. Jetzt stehen da prächtige Tomaten und es wachsen Schlangengurken. Nach getaner Arbeit kommt das Spielen nicht zu kurz. Detlef Pandel vom Verein Fuchsbau hat immer wieder gute Ideen für Spiel- und Bewegungsangebote. Meist werden diese mit seinen Helfern gleich vor Ort geschaffen. So können die Kinder immer wieder je nach Jahreszeit etwas Neues entdecken und ausprobieren. Langweilig wird es nie im Garten und so verwundert es nicht, dass die Grundschüler den Fuchsbau lieben. Für sie könnte es jeden Tag Unterricht in diesem grünen Klassenzimmer geben. Da trifft es sich gut, dass der Verein im vergangenen Jahr beschlossen hat, das riesengroße, mit uralten Obstbäumen bestandene Gartengrundstück dreimal in der Woche auch nachmittags interessierten Kindern zugänglich zu machen. Sie können nun hier unter Anleitung eines Erwachsenen gärtnern, spielen, klettern oder einfach träumen. Nicht selten sind es Kinder aus der Garten-AG, die an den offenen Nachmittagen ihre Zeit im Fuchsbau verbringen. Grundschule und Verein kooperieren nun schon im dritten Jahr äußerst gewinnbringend und freuen sich auf die Fortsetzung des erfolgreichen Projektes im nächsten Schuljahr.




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