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Nenndorfer Taxiunternehmer fühlt sich außen vor / Unterstützung mit Fahrzeug angeboten

"Der Bürgerbus gefährdet Arbeitsplätze"

Bad Nenndorf (fox). Noch in diesem Jahr soll der lange geforderte Bürgerbus kommen. Gegen kleines Geld, so ist es geplant, soll der Bus ab August 2007 Menschen von A nach B bringen - und auch entlegenere Siedlungsgebiete anfahren. Eine Aufgabe, die gewissermaßen auch heimische Taxiunternehmen wahrnehmen. Der Nenndorfer Geschäftsmann Rolf Schumacher sieht im Falle einer Realisierung des Bürgerbusses in seinem Betrieb sogar Arbeitsplätze in Gefahr, er fühlt sich "außen vor" gelassen.

Fühlt sich durch den Bürgerbus bedroht: Taxiunternehmer Rolf Sch

Die Bürgerbus-Vereinsgründung ist noch keinen Monat her (wir berichteten), da regt sich der erste Widerstand. Taxiunternehmer Rolf Schumacher fühlt die Vitalität seines Unternehmens durch das geplante Angebot bedroht. Ins Kritikfeld Schumachers fällt insbesondere Streckenführung. Denn der Bürgerbus soll unter anderem Horsten und Riepen anfahren und diese entlegenen Gebiete mit dem Einkaufszentrum in Waltringhausen verbinden. Ein Service für alte und nicht mobile Menschen - der Taxiunternehmer befürchtet eine Abwanderung der Kunden. Fünf Festangestellte und vier Aushilfen beschäftigt Schumacher in seinem Betrieb. "Wenn wir uns ins Gehege kommen, haben wir das Problem, dass wir zwei Mitarbeiter - dies entspricht der "Beförderungsmenge" eines Fahrzeugs - freisetzen müssen. Der Bürgerbus gefährdet Arbeitsplätze", sagte Schumacher. Der Unternehmer möchte das Bürgerbus-Projekt nicht in Gänze kritisieren und unterstrich dessen ergänzenden Charakter zu den bestehenden Buslinien. Jedoch fühlt er sich "außen vor" gelassen bei den Beratungen. Er hätte gern seine Erfahrungen eingebracht. Vor allem verfügt Schumacher in seinem Fuhrpark über einen Bus, mit dem acht Menschen befördert werden können - in etwa genau das, was der Bürgerbusverein sucht und für das der Landkreis dem Verein aus Regionalisierungsmitteln eine Anschubfinanzierung von 25 000 Euro zugesichert hat. Dieses Fahrzeug würde er dem Verein samt Fahrer zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellen. Schumacher rechnet mit drei Euro pro Person - wenn der Bus voll besetzt ist. Stadtdirektor Bernd Reese, Vorsitzender des Vereins sowie dessen Stellvertreter Richard Jung, wollen die Entscheidungüber eine Zusammenarbeit und die Tragweite einer solchen Kooperation vorerst unbeantwortet lassen und die Sachlage zunächst im Vorstand diskutieren. "Alles andere führt sonst ins Leere", sagte Reese gestern. "Der Bürgerbus wird wie ein Linienverkehrsmittel arbeiten, Taxis gelten als Individualverkehr", verdeutlichte Bürgermeisterin Gudrun Olk. Dies gelte auch für die Tarife zur Gestaltung der Beförderungsentgelte. Es sei daher fraglich, ob der Bürgerbus jemals wirklich als ernsthafte Konkurrenz zu Taxiunternehmen zu sehen ist. "Wir haben schließlich keine Planwirtschaft -sicherlich ist es möglich, dass einige Taxikunden dann Bus fahren", ergänzte Reese. Gesprächsbereitschaft bestehe gegenüber Rolf Schumacher jedoch durchaus. Im Falle eine Zusammenarbeit müsste Schumacher mit der Bürgerbus-Betriebsleitung - der Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) - verhandeln. Wie Knut Utech vom Landkreis Schaumburg mitteilte, sei es in diesem Fall rechtlich für Taxiunternehmen möglich, für die SVG als Subunternehmer aufzutreten. In diesem Fall würde nichtdie Zweckgebundenheit der Startfinanzierung über die Regionalisierungsmittel angreifen. Die Linie, wie der Bürgerbusverein mit dem Taxiunternehmer weiter verfahren will, plant der Vorstand am 23. Januar anzusprechen. Denn erst dann konstituiert sich das Gremium.

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