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Mit dem Renault Clio Grandtour ist mehr drin

Der bringt Farbe ins Spiel

Der Renault Clio ist ein Kleinwagen. Es gibt ihn aber als Grandtour. Dann ist es ein großer Kleinwagen. Das passt eine Menge rein.

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Autor:

Jens F. Meyer

Die im Fensterrahmen versteckten Türgriffe als praktisch zu bezeichnen, wäre gelogen. Sind sie nicht. Wer in den Fond des Clio Grandtour steigt, zerrt sich die Finger. Erst mit ein bisschen Übung geht’s dann. Hier folgt die Form nicht der Funktion, was einem Bruch gleichkommt, einem Bruch der Handwerkstradition, etwas so zu bauen, dass man es gut benutzen kann. Wer französischen Autobauern mit Herz und Seele begegnet, wird darin aber wohl keinen Mangel erkennen. Außerdem sieht der große Kleine fantastisch aus, fährt sich fröhlich-forsch und hat im Übrigen nicht besonders viele Konkurrenten, die ihm den Platz als Kleinwagenkombi streitig machen könnten.

Denn Volkswagen baut keinen Polo als Variant, Ford keinen Fiesta als Turnier, Opel keinen Corsa als Sportstourer. Škoda stellt noch den Fabia als „Langversion“ auf die Räder, gar nicht unschick, aber sonst schafft nur noch Renault den Drahtseilakt, aus einem Kleinwagen einen Freizeit- und Familienkombi zu zaubern. Die hinteren Türgriffe, beim normalen Clio genauso in die Karosserie gegossen, sind das so ziemlich einzige unpraktische Detail. Der Rest: total unterschätzt!

Da steht er also auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern „Optemic“ in Schwarz und einem Intense-Rot-Mäntelchen. En detail schöner als die Normalversion. Und man glaubt ja nicht, was hier so alles reinpasst. 436 Kilogramm Zuladung sind schon mal ordentlich, 443 Liter Gepäckraum wahnsinnig gut. Rufen werdende Väter kaum, dass Onkel Doktor ihrer Holden die Schwangerschaft bescheinigt, auch nach einem SUV, so ist es doch Fakt, dass es der Clio Grandtour ebenso sein könnte, vor allem wenn’s bei dem einen Kinde bleiben soll, was ja nicht selten der Fall ist. Klar ist man mit dem Clio kein Platzhirsch; kein Auto für Angeber, Understatement. Genug Raum für die kleine Familie ist aber echt vorhanden. Weil bei umgelegter Rücksitzbank das Gepäckraumvolumen auf 1338 Liter wächst, wozu ein einziger Handgriff reicht, steht diese Version gleich noch für größer angelegtes Freizeitvergnügen. Ja, warum denn nicht?

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Fahren tut er auch. Mit 90 Benziner-PS mehr als ansprechend. Siehe Zeile von gerade eben: kein Angeber, aber man kommt gut voran. Wenn er dieselt, was er in Zukunft immer weniger tun wird, ist er noch aktiver, etwa mit 1,4-Liter-Maschine und 110 Pferdestärken. Dass er im Schnitt 3,5 Liter Kraftstoff dabei verbrauchen soll, funktioniert nur, wenn man schiebt. Diese Spielchen der Automobilbauer sind hinlänglich bekannt, da darf man ruhig 1,5 Liter draufrechnen. Um die fünf Liter – trotzdem okay. Bis 190 km/h prasselt er hinauf; für seine Verhältnisse ziemlich forsch.

Was auffällt, ist die Leichtigkeit, mit der Renault hier seinen potenziellen Kunden begegnet. Außen eine fließende Form, die mit den nach hinten schmaler zulaufenden Fenstern, den Kurven und Accessoires eine elegante Linie formt. Innen mit der Gewissheit, komfortabel zu sitzen und jeden Schalter, jedes Detail dort zu finden, wo man es vermutet. Fast ein bisschen wie zu Hause, und das schon gleich nach wenigen Minuten. Insgesamt ein sehr harmonisches Konzept, das auch nicht zu teuer verkauft wird. Die Basisversion startet bei 13 290 Euro – dafür gibt’s höchstens einen halben SUV.



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