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Der Blick über den Tellerrand

Bad Münder. „Wir machen das jetzt alle zugleich. Und los!“ kommandierte Walter Schwoche, Geschäftsführer des Hildesheimer Präventionsrates. Er übernimmt beim „Zauberstab-Spiel“ zielstrebig das Kommando. „Na, da sieht man gleich, wo die Alpha-Tiere sind“, schmunzelte der mündersche Grundschulleiter Christoph Schieb. Zusammen mit 18 anderen Vertretern von Präventionsräten aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Hildesheim erfuhren Schieb und Schwoche anhand einiger Übungen Wissenswertes über die Methodik praktischer Schulsozialarbeit.

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Die stand beim 12. Regionaltreffen der Präventionsräte im Steinhof im Mittelpunkt eines Fachvortrags der beiden Schulsozialarbeiterinnen Claudia Sievers und Katharina Werner.

„Es geht um Ausgrenzung, um Mobbing, aber auch darum, sich selber einmal behaupten zu können, nicht nur bei Mädchen, sondern auch bei kleineren Jungen“, erläutert die am Hauptschulzweig der KGS Bad Münder tätige Schulsozialarbeiterin Sievers. Die Vertreter der Präventionsräte zeigten sich von Erkenntnissen wie „Die Stillen haben oft die richtige Lösung, aber man hört sie eben nicht“ durchaus beeindruckt. „Wir haben total viele Ideen, was man unbedingt machen müsste, stoßen aber immer wieder schnell an die Grenzen des Stellenkegels“, klagte Sievers. Immerhin werde derzeit einmal pro Woche auch in Bad Münder eine Erziehungshilfe für Eltern angeboten. „Wir müssen in den Schulen verstärkt miteinander leben lernen“, kommentierte Walter Schwoche die Ergebnisse des Fachvortrags.

Die Sachstandsberichte der einzelnen Präventionsräte offenbarten dann ganz unterschiedliche Entwicklungsstände: Während Patrick Viktor vom Hamelner Präventionsrat erläuterte, dass man dort noch in einer umfangreichen Bestands- und Problemerfassung stünde, an die sich eine Planung konkreter Projektstrategien anschließen werde, wusste Thekla Holmes vom Präventionsrat aus Bad Pyrmont schon von konkreteren Planungen zu berichten. „Uns geht es um Themen wie Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen, um Selbstbehauptungstraining, aber auch das Thema Senioren wird eine große Rolle spielen.“

In Bad Münder wird man sich in nächster Zeit vor allem der Elterninformation zum Thema „neue Medien, Internet und soziale Netzwerke“ widmen. „Im Februar findet dazu unser Medien-Elternabend statt“, kündigten Sievers und Schieb an.

In Holzminden dagegen will man beim Kampf gegen Schulschwänzer Akzente setzen. „Weniger Geld, mehr Probleme. Wir brauchen weniger Politiker dafür mehr Sponsoren in unseren Gremien“, brachte Schwoche die Problemlage der Präventionsräte der Region auf den Punkt.hzs

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