×
7000 Fans bei a-ha in der TUI Arena / Wenig „Magic Moments“

Der bittersüße Abschied

Hannover. „Das Kapitel a-ha ist für mich endgültig abgeschlossen. „Wir drei sind uns einfach nicht mehr nah genug, um neue Platten zu produzieren, dauernd um die Welt zu reisen und Konzerte zu geben“, so Frontmann Morten Harket, der sich zusammen mit seinen Mitstreitern Pal Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen nun endgültig in den musikalischen Vorruhestand verabschieden will. Obwohl das norwegische Dreigestirn bereits 2010 seine Auflösung bekannt gab, raufte man sich fünf Jahre später noch einmal für ein neues Album und eine gemeinsame Tour zusammen.

Doch der berühmte Aha-Effekt blieb vorgestern über weite Strecken aus. Tolle Videoclips und eine grandiose Laser-Lightshow sorgten zwar für einen angenehmen visuellen Augenschmaus – doch die einstigen Teenie-Helden wirkten müde. Wäre da nicht immer noch die akzentuierende Falsettstimme von Morton Harket, die jedem Song der Band sein unnachahmliches Gütesiegel aufsetzte. Ansonsten fehlten bei Harket und Co. im Laufe ihrer 100-minütigen Show einfach die „Magic Moments“, die letztendlich ein Konzert ausmachen. Zudem vermisste man eine gewisse Harmonie unter den mehr oder weniger drei Protagonisten.

Los ging’s mit „I’ve Been Losing You“, einem Song aus dem 86er-Album „Scoundrel Days“. Das Trio verstärkte sich mit drei Gastmusikern an Schlagzeug, Bass und zweitem Keyboard sowie der Background-Sängerin Annelie Drecker. Sie sorgte, zusammen mit Harket, kurze Zeit später für das erste musikalische Highlight an diesem Abend. Viele Pärchen lagen sich verliebt in den Armen, als die Sängerin den Song „Crying In The Rain“ anstimmte.

Dass auch Magne Furuholmen über eine durchaus respektable Stimme verfügt, bewies er bei dem Titel „Lifelines“, den Tausende von leuchtenden Handydisplays begleiteten. Eine nette Geste: Der Keyboarder ließ auch ein paar deutsche Textzeilen in das Stück einfließen. Kurz vorher gab auch Gitarrist Pal Waaktaar-Savoy bei „Velvet“ seine gesangliche Visitenkarte ab. Mit „Cast In Steel“, „Under The Makeup“ und „Mother Nature Goes To Heaven“ wurden nur drei Stücke aus dem aktuellen Album performt – reichte auch, denn dieser Longplayer konnte keinem der Vorgänger das Wasser reichen.

Pal Waaktaar-Savoy (rechts) und Magne Furuholmen geben noch immer den Ton bei a-ha an.

„Hunting High And Low – High“ – sicher der emotionalste Moment des Abends, als einer der wohl bekanntesten a-ha-Hits vom Publikum gefühlvoll mitgesungen wurde. Uah – Gänsehaut-Feeling pur. Mit „The Sun Always Shines On T.V.“ wurde die zweite Halbzeit eingeläutet, mit „Take On Me“ ging es in die Nachspielzeit. War’s das? – leider ja. Der Tourabschluss am 7. Mai in Norwegen soll wirklich das letzte Konzert sein. An eine nochmalige Reunion glaubt diesmal keiner mehr – schade eigentlich.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt