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Fröhliche Abschlussfeier in der Handelslehranstalt

„Der beste Tag der Welt“

HAMELN. Das muss man der Handelslehranstalt in Hameln lassen: Ihre Abschlussfeier für die Abiturienten war eine rundum fröhliche Veranstaltung.

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Autor

Wolfhard F. Truchseß Reporter

Insbesondere die Rede von Jahrgangsleiter Armin Schütte sprühte vor Witz und Charme, ohne die Bedeutung dieses Tages für die 49 jungen Leute zu vernachlässigen, denen in der Aula der Schule die Reifezeugnisse ausgehändigt wurden. Um Schüttes Rede zu verstehen, wurde für die Eltern, Großeltern und Verwandten, die den Saal restlos füllten, eine Übersetzungshilfe auf die Bühnenleinwand gebeamt, denn der Jahrgangsleiter bediente sich vor allem der „Jugendsprache“, die er in seinen Klassen erlebt und offenbar auch sehr gut verstanden hatte.

Schütte spiegelte damit vor allem das nicht immer ganz reibungslos verlaufene Leben seines Jahrgangs wider. Da war von „Babo“ Deide, einem der Schulleiter, die Rede, von den „Vollpfostenantennen“ (Selfiesticks) für die Klassenfahrt, vom „Teilzeittarzan“ (jemand, der sich total blöd verhält), von einer „Gammelfleischparty“ (Ü-40-Feier) und weiteren Absonderlichkeiten, für welche die Jugend ihre ganz eigene Ausdrucksweise gefunden hat, um sich von der Welt und Sprache der Erwachsenen abzugrenzen. Es war viel mehr sprachliches Kabarett als steife Abschlussfeier, auch wenn sich vor allem die jungen Damen sehr elegant aufgedresst hatten und viele von ihnen auf Highheels ihre Zeugnisse entgegennahmen. Und natürlich jubelten die Abiturienten ob der Nutzung ihres Kauderwelschs und feierten Schütte mit Standing Ovations. „Heute ist der beste Tag der Welt“, merkte Schütte an, „denn gleich bekommt Ihr eure Reifezeugnisse, euren Schlüssel für die verschlossenen Türen dieser Welt.“

Sechs Mal die 1 vor dem Komma hatte Schulleiter Norbert Deide zuvor verkündet und einen mit 2,68 deutlich besseren Notendurchschnitt als im vorausgehenden Schuljahr bekanntgegeben. Der alte Jahrgang hatte es nur auf 2,93 gebracht. „Das ist doch was“, betonte Deide gut gelaunt. Und dies, obwohl nach seiner Einschätzung einige Schüler bis zum Schluss nicht geglaubt hätten, dass sie es schaffen könnten. „Aber auch diese haben gemerkt, dass vor allem Fleiß, Gesundheit und Leistungswille nicht zu unterschätzende Faktoren sind, um an das gesetzte Ziel, das Abitur zu kommen.“ Und fügte lächelnd hinzu, dass dazu manchmal auch ein Quäntchen Glück gehöre, wovon er einige der Schüler habe berichten hören. „Kenntnisse, Kompetenzen, Wissen und Anwenden – ich hoffe, das ist bei euch angekommen.“ Er wünsche sich und den Schülern, erklärte Deide, „dass Ihr neugierig seid, keine Angst vor dem Leben habt und vor allem keine Angst vor Veränderung zeigt.“

Landrat Tjark Bartels sprach in seinem kurzen Grußwort von einem „Markstein“, den die Abiturienten an diesem Tag erreicht hätten. Jetzt gehe es für sie darum, mit den auf sie zukommenden Jahr immer mehr Verantwortung zu übernehmen und die gesellschaftliche Entwicklung nicht anderen zu überlassen. Vor allem hoffe er, dass sie ihre Mitmenschen nach ihrem Handeln beurteilten und nicht danach, „wie sie aussehen oder woher sie kommen“.




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