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Ortsdurchfahrt Eimbeckhausen soll neu gestaltet werden / Eine Fußgängerampel wird weichen

Der alten B442 dörflichen Charakter einhauchen

Eimbeckhausen (jhr). Ein breites Band aus Asphalt teilt Eimbeckhausen – die ehemalige Bundesstraße 442. Seit Jahresbeginn hat die Ortsdurchfahrt in weiten Teilen lediglich noch den Status einer Anliegerstraße. Wie sie gestaltet werden soll, um nicht als trennendes Moment, sondern als Straße mit dörflichem Charakter wahrgenommen zu werden, darüber wird in den kommenden Wochen zu entscheiden sein.

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Nach dem Bau und der Freigabe der Ortsumgehung Eimbeckhausen hat sich das Verkehrsaufkommen im Ort drastisch reduziert. Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr übergab die Ortsdurchfahrt von der Abzweigung Nienstedter Straße bis zum Kreuzungsbereich Nordfeldstraße in die Baulast der Stadt, stufte sie von der Bundesstraße zur Gemeindestraße zurück. Die Stadt hat nun nicht nur für Unterhalt und Sicherheit der Straße zu sorgen, sie kann auch Einfluss auf die Gestaltung nehmen. Und um die hat sich Uwe Hünefeld, Fachbereichsleiter Bauen im Rathaus, bereits grundsätzliche Gedanken gemacht.

In einer ersten Verkehrsbesprechung stellte er Vertretern von Landesbehörde und Ortsrat, aber auch beteiligter Institutionen vor, was seiner Auffassung nach vor einer weiteren Planung auf jeden Fall diskutiert werden müsse. Zur Diskussion stellte er beispielsweise die Vorfahrtsregelung, denn mit der Abstufung der ehemaligen B 442 in der Ortsdurchfahrt wurde ein Teil zur Landesstraße, ein Teil zur Kreisstraße und das längste Stück zur Gemeindestraße. Die Landesstraße 401 verlief bislang, von Nienstedt kommend, über die Nordfeldstraße. Jetzt reicht sie weiter: Von der Kreuzung Nordfeldstraße bis zum Anschluss an die Umgehungsstraße Richtung Rohrsen.

Aus Richtung Bad Münder kommend wurde die ehemalige Bundesstraße vom Anschluss an die Umgehung bis zur Kreuzung Nienstedter Straße zur K 75. Hünefelds Ansatz: Eine Neuregelung könnte auch eine Vorfahrtsregelung im Verlauf der Landes- oder der Kreisstraße bedeuten. „Das ist etwas, das wir auf jeden Fall noch diskutieren wollen“, erklärt Ortsbürgermeister Karl-Heinz Bodtmann. Sicher ist man sich hingegen im Ortsrat bereits, dass im Bereich der neuen Gemeindestraße keine Rechts-vor-links-Regelung eingeführt werden soll – ebenso wenig wie eine Tempo-30-Regelung. „Es gibt die Befürchtung, dass die Strecken einfach zu lang für Tempo 30 sind“, erklärt Hünefeld.

In den ersten Besprechungen entschieden sich die Teilnehmer auch dafür, den kombinierten Fuß- und Radweg zunächst beizubehalten, auch für den öffentlichen Nahverkehr soll sich zunächst nichts ändern.

In der Frage der Zukunft der beiden Fußgängerampeln in Eimbeckhausen ist die Verwaltung inzwischen ein Stück weiter: Eine Lichtsignalanlage soll bleiben, die andere entfernt werden. Die Stadt hat dazu Verkehrszählungen angestrengt, das Ergebnis war deutlich: „Die Zahl der Fahrzeuge ist so gering, dass eine neu beantragte Ampel keine Chance auf Realisierung hätte“, sagt Carsten Reiss, Fachdienstleiter Tiefbau. Weichen soll die Ampel im Bereich der Volksbank, die 390 Meter entfernte Ampel im Kreuzungsbereich „Unter dem Thie – Hauptstraße“ soll bleiben. „Die Ampel liegt auf dem Schulweg einiger Kinder, außerdem wohnt ganz in der Nähe ein stark sehbehinderter Mann“, begründet Reiss die Entscheidung. Die vorhandene Ampel soll um ein taktiles Signal erweitert werden, derzeit werden Angebote eingeholt. Die Erlaubnis der Straßenverkehrsbehörde, die Ampel an der Volksbank entfernen zu dürfen, liegt der Verwaltung bereits vor.

Bevor Hünefeld in die Detail-Gestaltungsplanung eintreten will, stehen noch Abstimmungsgespräche mit dem Ortsrat und der Landesbehörde an. Geklärt werden muss, in welchen Bereichen das Sanierungskonzept der Behörde mit der Neugestaltung der Straße kombiniert werden kann.

Wesentlicher Faktor für die Neugestaltung sind die städtischen Finanzen. „Wir müssen sehen, dass wir da den Spagat hinbekommen“, sagt Hünefeld. Viele Straßen im Stadtgebiet seien zudem in einem sehr viel schlechteren Zustand und hätten dringenderen Sanierungsbedarf.

Für den Ortsrat steht fest, dass in nächster Zeit bei einem weiteren Ortstermin die Planung vorangetrieben werden soll. „Es geht uns darum, welche Bereiche gestaltet werden können, welche optischen Veränderungen möglich sind“, erklärt Bodtmann. Spätestens im Februar will der Ortsrat in dem Thema weiter sein.

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