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Der 41. Söltjer: Schützenswertes steht im Vordergrund

EIMBECKHAUSEN. „Der Ort ist sehr gut gewählt“, stellte Bürgermeister Hartmut Büttner in seinem Grußwort fest. Im Deutschen Stuhlmuseum wurde die 41. Ausgabe des Söltjers vorgestellt.

Da ist er: Die Verantwortlichen für die 41. Ausgabe präsentieren stolz den neuen Söltjer. FOTO: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

„Der hat unwahrscheinliche Potenziale, und vor allem die Fähigkeit sich immer wieder selbst zu verjüngen und sein Aussehen und seine Inhalte zu verändern“, stellte Büttner anerkennend fest.

Die Schriftleiter Dr. Sebastian Dittrich und Dr. Kai Witthinrich stellten nach einer kurzen Einleitung von Michael Meier den zahlreichen Besuchern die neue Ausgabe vor. Längst hat sich der Söltjer zu einer nicht nur auf die Erforschung der Heimatgeschichte beschränkten Publikation gewandelt. „Streifzüge durch das Deister-Sünteltal“, so lautet der Untertitel der 75-seitigen Hochglanzschrift im DIN-A-4-Format.

Vor allem Bedrohtes und Schützenswertes steht in der neuen Ausgabe im Vordergrund. So spürt etwa Ronald Reimann vergessenen und bedrohten Kulturdenkmalen der Bronzezeit nach. „Die Grabhügel, von denen es im Deister noch viele unentdeckte gibt, sind durch die moderne industrialisierte Forstwirtschaft unmittelbar bedroht“, klagt der Autor.

Aber auch die Süntelbuche gehöre eigentlich auf die Rote Liste, so Niels Thelen, der sich mit „Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung der Süntel-Buche auf den Naturstandorten der Deister-Süntel-Region“ beschäftigt hat.

Otto Freiherr von Blomberg hat den Verlauf der Schlacht bei Oldendorf 1633 anhand eines akribischen Quellenstudiums erforscht, und Dr. Kai Witthinrich vom Museum auf dem Wettbergschen Adelshof hat zum einen herausgefunden, wie vor 100 Jahren das mündersche „Fräulein Schröder“ für die Frontsoldaten sorgte, zum anderen, was es mit den sogenannten „Himmelsbriefen“ auf sich hat. „Die Texte zu diesen Briefen stammten nach dem Aberglauben vom Erzengel Gabriel persönlich, und wer die abschrieb und bei sich trug, der war angeblich vor feindlichen Kugeln und anderen Gefahren geschützt“, so Witthinrich. Ein skurriles Beispiel für das Ansteigen des Aberglaubens im Vorfeld des Ersten Weltkrieges.

In der Titelgeschichte des neuen Söltjers dreht sich dagegen alles um die Eimbeckhäuser Kirchengruft. Lebhaft schilderte Autor Michael Meier Erinnerungen aus seiner Kindheit, als die Gruft und ihr Inhalt wieder zutage kamen. Meier: „Unklar wird für immer bleiben, wie viele Särge gleichzeitig in der Gruft Platz hatten, (…) es können in den Räumen keineswegs mehr als 10 bis 30 Särge gestanden haben.“

Auch formal kommt der neue Söltjer in einer attraktiven Gestaltung daher. Umfangreiches farbiges Bildmaterial und eine sehr ansprechende grafische Gestaltung durch Dr. Claudia Fortagne machen auch die neue 41. Söltjer-Ausgabe zu einem echten Hingucker.

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