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Denkwürdiges Konzert von Mitch Kashmar und Band im „Willis“

BAD MÜNDER. Rüdiger Elsper, Jazzfan und Sänger in einem renommierten Gospelchor, ist extra aus Hameln angereist. Er ist einer von leider nur 44 zahlenden Gästen im „Willis“, der Kneipe des Wilhelm-Gefeller-Schulungszentrums der IGBCE. Dennoch ist der Raum proppenvoll mit Tagungsgästen aus ganz Deutschland.

Mitch Kashmar zählt weltweit zu den Top Ten der Blues-Harmonica-Spieler. Foto: Huppert

Autor

Christoph Huppert Reporter

Münderaner freilich muss man dort wie immer suchen. Ihnen entgeht an diesem Abend eines der wohl sensationellsten Blues-Konzerte, das man im „Willis“ je erlebt hat.

Schon die ersten Töne des 1960 im kalifornischen Santa Barbara geborenen Mitch Kashmar versetzen das Publikum in Begeisterung. „Chicago Blues“ von Jimmy Rogers bringt das „Willis“ sofort zum Kochen. Kashmar zählt weltweit zu Recht zu den Top Ten der Blues-Harmonica-Spieler, und er ist zudem ein exzellenter Sänger.

Seine stakkatohaften, extrem rhythmischen Ansätze sind schlichtweg hinreißend, und der Kalifornier hat in seiner Blues Band drei fantastische Partner an seiner Seite. Da ist zum einen Jan Hirte, Gitarre und Gesang, der nicht nur immer wieder heftigen Applaus für seine umwerfenden Soli kassiert, sondern auch gesanglich mitunter äußerst einfühlsam aufs Allerbeste rüberkommt. Direkt vorm Fenster hat sich das pochende Herz der Vier, Drummer Andreas Bock, positioniert, Träger des German Blues Award, der ebenfalls mit zahlreichen Soli glänzt. Am Piano zeigt Niels von der Leyen auf überaus virtuose Art und Weise, was Boogie-Woogie mit Blues zu tun hat. Auch seine Pianoexplosionen werden umjubelt.

„Was für ein Genre das ist? Also, da kommt alles zusammen“, sagt Mitch Kashmar in der Pause. „Blues ist universell, die Musik eine Fusion ganz verschiedener Elemente: Rock, Country, Blues, Latin.“

Was sogleich mit „Coming Home, Baby“ des amerikanischen Sängers Mel Tormé aus den 40ern in Form eines Blues mit Bossa-Nova-Elementen belegt wird. Allem liegt ein in die Beine und zu Herzen gehender Blues-Rhythmus zugrunde; sämtliche, oft minutenlange Titel sind perfekt und effektvoll für das Quartett arrangiert. Ein kurzer Blick, ein Kopfnicken, eine Handbewegung und schon wieder setzt einer der Vier zu einem nicht enden wollenden, begnadeten Solo an. Kurz vor dem Ende kommt dann noch Frank Rihm hinzu. Der Bremer Bandleader der Rihm Shots ist ebenfalls eine Blues-Harmonica-Legende und spielte im „Willis“ zusammen mit Kashmar einige Titel.

„Ich liebe Blues und Boogie Woogie“, seufzte Rüdiger Elsper am Ende mit glänzenden Augen. Ein denkwürdiges Konzert im „Willis“, das noch lange in Erinnerung bleiben wird.



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