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Ausstellung "Handwerk in der Denkmalpflege" in der Sparkasse eröffnet / "Pfusch am Bau können wir uns nicht leisten"

Denkmalschutz: Jeder Euro setzt Investitionskette in Gang

Rinteln (wm). "Denkmalschutz ist Mittelstandsförderung", betonte Dr. Christiane Segers-Glocke, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, am Dienstagabend anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Handwerk in der Denkmalpflege" im Foyer der Sparkasse Klosterstraße. Denkmalpflege sei keineswegs ein Subventionsgeschäft, wie oft fälschlicherweise zu hören, "sondern es rechnet sich". Jeder Euro setze eine "Investitionskette" in Gang.

Holzbildhauer André Woosmann führt vor, wie man Schäden an alten

Segers-Glocke räumte ein, auch in der Denkmalpflege habe es einen Sinneswandel gegeben. Zwar sei nach wie vor Ziel, ein historisches Gebäude "so authentisch wie möglich in die Gegenwart weiterzuleiten", gleichzeitig bemühe man sich aber um einen "unvoreingenommenen Dialog" mit der Wirtschaft, um eine "kreative Einstellung", denn die Nutzungsanforderungen an historische Gebäude seien "einem ständigen Wandel unterworfen". Auf der anderen Seite werde "Bauen im Bestand" die Herausforderung für die nächsten Jahre. Das Handwerk biete Leistungen auf hohem Niveau, das sei auch wichtig, denn "Pfusch am Bau können wir uns bei Kulturdenkmalen nicht leisten". Dieter Görke, Vizepräsident der Handwerkskammer Hannover, unterstrich ebenfalls, dass Handwerker, die über "dieses Wissen" verfügten, gute Marktchancen hätten. Die Handwerkskammer bemühe sich, über ihre Werkakademie für Gestaltung und Design im Handwerk dieses Marktsegment zu bedienen. Der Zuhörerkreis im Sparkassenfoyer war handverlesen, dafür fachlich bestens orientiert mit kompetenten Leuten, die auch persönlich Erfahrung im Umgang mit Denkmälern haben, wie Kloster-Sanierer Pastor Roland Trompeter, Senior Erich Requardt, ehemaliges Ratsmitglied und Handwerksmeister, der an der Rettung vieler Gebäude in der Altstadt beteiligt war, und Werner Zimmermann, der sich im Arbeitskreis für Denkmalschutz engagiert. Dr. Michael Braune vom Landesamt für Denkmalpflege führte anschließend die Gäste durch die Ausstellung und verhalf manchem zu überraschenden Erkenntnissen. So beispielsweise, dass Bauen mit Lehm inzwischen wieder aktuell ist. Auch als gute Isolierschicht und Wandverputz für Innenräume sei Lehm wiederentdeckt worden, weil er dem Holz die Feuchtigkeit entziehe und damit Holzschädlingen die Lebensgrundlage. Wer historische Dachpfannen auf seinem Haus ersetzen müsse, für den gebe es inzwischen einen großen Markt von gebrauchten, gut erhaltenen Pfannen (gut zu hören bei einer "Klangprobe"). Holzbildhauer André Woosmann demonstrierte an einem historischen Balken, was bei einer "Klotzung", einer großflächigen Reparatur, "einen Handwerker von einem Bastler unterscheidet". Die Ausstellung in der Kundenhalle der Sparkasse Klosterstraße ist zu sehen bis zum 18. Mai, montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 18 Uhr.

Dr. Michael Braune vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpf
  • Dr. Michael Braune vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege führt die Gäste durch die Ausstellung und erläutert hier, wie Arbeiten am Fachwerk ausgeführt werden. Fotos: tol
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