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Altenheim-Projekt am Seetor: Firsthöhe 16,27 Meter / Investor hofft auf Baubeginn im Herbst

Denkmalschützer kritisieren Gebäudehöhe

Rinteln (ur). Allenthalben Aufatmen, dass das verwahrloste Rohbraken-Areal am Süd-Eingang zur Innenstadt vom Projektentwickler Walter Greve von der Hamelner "Kontur Bau Vision GmbH" endlich eine zukunftweisende Verwendung für den Neubau eines Pflegeheims bekommen soll.

Schließlich hatte die Stadt über Jahre versucht, einen ansiedlungswilligen Betrieb oder Bauträger für dieses Grundstück zu finden. Dabei standen auch höchst unterschiedliche Preisvorstellungen zwischen Interessenten und Eigentümern einer positiven Entscheidung im Wege. Um das Projekt am Seetor im Detail kennenzulernen, luden die Mitglieder des Arbeitskreises Denkmalschutz im Heimatbund die Planer jetzt in die Eulenburg ein, um sich die im Rathaus zur Genehmigung vorgelegten Pläne erläutern zu lassen. "Wir waren uns darin einig, dass die nun endlich bevorstehende Beseitigung des Rohbraken-Komplexes ein Riesengewinn für die Stadt ist", betont Werner Zimmermann für die Denkmalschützer. Angesichts der demografischen Entwicklung und dem anhaltenden Bedarf an stadtnahen Seniorenwohnanlagen sei die geplante Nutzung sicher auch sinnvoll. "Sorgen machen wir uns allerdings um die Dimension und Gestaltung des viergeschossigen Atriumentwurfs". Man bezweifle, dass sich das Gebäude in der vorgesehenen Form an diesem sensiblen Standort unweit eines ehemaligen Stadttors in die nähere Umgebung einfüge, wie dies gesetzlich gefordert sei. Zimmermann begründet das unter anderem so: "Die Einrichtung von 82 Pflegeplätzen, die vom Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen vorgesehen sind, führt zu einem entsprechend hoch dimensionierten Baukörper." Zwarübersteige die Firsthöhe von 16,27 Meter nicht die des daneben gelegenen Rathauses, aber im Vergleich mit der Bebauung der südlichen und westlichen Umgebung zeige sich, dass die Gebäudehöhen dort erheblich niedriger sind. Bedenken werden auch wegen der Gebäudelänge von mehr als 40 Metern bei einer Traufhöhe von etwa zehn Metern vorgetragen. Hier befürchten die Denkmalschützer, dass unter Einbeziehung des Rathauses eine Tunnelwirkung für den Josua-Stegmann-Wall entstehen könne. Als weiteres Argument gegen die beabsichtigte Bebauung führen die Kritiker die städtische Gestaltungssatzung ins Feld. Zwar liegt der Neubau bereits außerhalb deren Geltungsbereichs, aber die Satzung gilt uneingeschränkt für die unmittelbare Umgebungsbebauung. Wobei zumindest anzumerken ist, dass der aktuelle Zustand der Straßenfront in Richtung Seetorbrücke auch nicht gerade das sein dürfte, was sich einer proportionsbewussten Stadtplanung als Idealzustand darstellt. Projektentwickler Walter Greve setzt indessen optimistisch darauf, nach erteilter Baugenehmigung schon im Oktober dieses Jahres mit dem Abriss des früheren Hauses von Tierarzt Dr. Lampe beginnen zu können. Unter diesen Umständen sei eine Fertigstellung der Anlage bereits für Ende 2009 zu erwarten.




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