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Blitzinterview mit Michael Hirte / Seine Stimme ist die Mundharmonika

„Den Weg zurück in die Fußgängerzone möchte ich nicht mehr gehen“

Seitdem ist die Mundharmonika seine Stimme, die ihn von Konzerttermin zu Konzerttermin begleitet.

Michael: Meine Mundharmonika habe ich immer dabei, die ist so klein, dass sie in jede Hosentasche passt. So habe ich meine Musik stets griffbereit.

Vom Hartz IV-Empfänger zum Superstar – es ist eine Geschichte wie aus dem Märchen. Der gebürtige Spremberger spielt bereits seit seinem achten Lebensjahr Mundharmonika, trat später zu DDR-Zeiten in Kneipen auf und gab ab und an Konzerte im kleinen Rahmen. Er hat sich alles selbst beigebracht, nie Unterricht genommen. 1991 hatte er als LKW-Fahrer einen schweren Verkehrsunfall, bei dem er sein rechtes Augenlicht verlor und ein steifes Bein bekam. Vor der Castingshow arbeitete er überwiegend in Fußgängerzonen als Straßenmusikant. Doch der plötzliche Ruhm hat auch seine Schattenseiten.

Michael: Insbesondere die ersten Wochen als Supertalent-Gewinner waren sehr stressig für mich. Ich bin von Termin zu Termin gehetzt, hatte kaum Freizeit – zudem geriet mein Privatleben völlig durcheinander. Wenn ich dann endlich mal in meiner Wohnung war, habe ich die Fanpost beantwortet. Das Wort Urlaub ist zurzeit noch immer ein Fremdwort für mich.

Auf dem Sprung zum nächsten Auftritt. Leider hatte Michael Hirte daher nur 15 Minuten für uns.

Auch das zweite Album „Der Mann mit der Mundharmonika 2“ wurde im deutschsprachigen Raum ein Megaseller. Hört man Hirtes Songs demnächst auch in nicht deutschsprachigen Ländern?

Michael: Mir liegen auch Angebote aus Spanien und Frankreich vor. Darum kümmert sich aber mein Management.

Zu seinen Lieblingssongs zählt Michael Hirte die Titel „Ave Maria“, „Moon River“ und „You Raise Me Up“.

Michael: Die spiele ich auch live gerne, da sie sehr gefühlvoll sind. Die Songs für die beiden Alben habe ich überwiegend selbst ausgesucht, lasse mich aber bei der Auswahl auch von Vorschlägen inspirieren. Momentan bin ich gerade auf Titelsuche für mein drittes Album. Natürlich versucht jeder, den letzten Longplayer zu toppen – ich hoffe, dass auch mir das gelingen wird.

Kontakt zu Dieter Bohlen hat er zurzeit eher selten, auch zu den anderen Finalteilnehmern ist der Kontakt mehr oder weniger abgebrochen.

Michael: Als ich vor kurzem in Dresden aufgetreten bin, habe ich kurz mit Kelvin Kalvus telefoniert. Er konnte leider nicht zu meinem Konzert kommen, da seine Frau gerade Zwillinge bekommen hatte.

Den Weg zurück in die Fußgängerzone möchte Michael Hirte nicht mehr gehen, zu viel schmerzliche Erinnerungen sind damit verbunden.

„Ich danke allen, die mich damals gewählt haben, mir dadurch ein lebenswertes Leben ermöglichten“, gab uns der 45-Jährige noch mit auf den Weg, der ihn nach seinem Auftritt in der TUI Arena im Eiltempo nach Berlin zu seinem nächsten Auftritt führte.




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