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Im Spätsommer können Bienen aggressiv sein / Besonders gefährdet: die Augen

Den Stachel nicht herausziehen

Landkreis (cok). Dass man von einer Biene gestochen wird, kommt gar nicht so häufig vor. Anders als die Wespen sind sie kaum daran interessiert, sich in menschlichen Gefilden herumzutreiben, um dort an Süßigkeiten oder Wurstwaren zu naschen. Die Bienen kümmern sich um ihren Stock und dessen Honigvorräte. Wer sich dort in der Nähe aufhält, ruhig bleibt und sich nicht gerade mitten in die Flugbahn stellt, sollte nicht in Gefahr sein, gestochen zu werden. Wenn Bienen einen Menschen aber doch als Feind wahrnehmen – das ist vor allem im Spätsommer der Fall, wenn sie die Wintervorräte für Räubern schützen müssen – dann gehen sie oft aufs Ganze und versuchen, speziell das empfindliche Auge mit einem Stich zu verletzen. Was dann?

Bienenstiche tun richtig weh, erst recht an der besonders dünnen Haut rund um das Auge. Im ersten Schockmoment mag man deshalb leicht vergessen, dass Bienen ja beim Zustechen ihren Stachel verlieren. Der bleibt samt dranhängender Giftblase in der Haut stecken und pumpt weiter Gift in die Einstichstelle. Trotz Schmerz und Verwirrung also muss der Stachel so schnell wie möglich entfernt werden. Dabei darf man ihn auf keinen Fall zwischen zwei Fingern packen. Dann nämlich würde man mit einem Schlag das ganze Bienengift in die Wunde drücken. Bienenstachel soll man seitlich mit dem Fingernagel wegwischen. Am besten ist es, wenn das ein Begleiter tun kann, der sieht, wo genau sich der Stachel befindet.

Bienenstiche am Auge sind besonders ernst zu nehmen. Imker raten, danach einen Arzt aufzusuchen. Theoretisch könnten Stich und Gift sogar einen Augennerv verletzen.

In jedem Fall aber wird die Schwellung sehr viel stärker sein als an anderen, besser gepolsterten Körperteilen. Medikamente wie ein Antihistamin oder, falls sich die Wunde entzünden sollte, Kortison, können die ärgsten Beschwerden lindern.

Dabei sieht es zunächst gar nicht so aus, als würde das Auge wirklich so schlimm zuschwellen. Wer vor Ort die Möglichkeit hat, den Einstich mit Wasser auszuspülen, die Stelle zu kühlen und dazu auch noch eine aufgeschnittene Zwiebel darauf zu legen, lässt damit den Schmerz abklingen und zieht einen Teil des Giftes heraus. Ein weiteres empfohlenes Hausmittel besteht darin, Zucker auf die angefeuchtete Stelle zu kleben, um auf diese Weise das Bienengift aufzusaugen.

Die böse Überraschung nach einem Bienenstich am Auge bringt meistens erst der nächste Morgen. Selbst wenn man fleißig gekühlt hat, wird man aussehen, als habe man sich einen Boxhieb eingefangen. Besonders empfindliche Menschen fühlen sich geschwächt und angeschlagen wie bei einer Grippe. Zusätzlich belastend ist nicht nur der Umstand, dass die Schwellung das Sichtfeld einschränkt, sondern dass man insgesamt ein Bild des Jammers abgibt, vor allem, wenn man auf den Arztbesuch und entsprechende Medikamenteneinnahme verzichtete. So mancher Gestochene ist für ein, zwei Tage richtig außer Gefecht gesetzt und braucht vielleicht sogar eine Krankschreibung.

So ist also auch hier Vorbeugung die beste Medizin: Wenn man nicht gerade ein Imker ist, sollte man Bienenstöcken im Spätsommer lieber ganz aus dem Weg gehen.

Nähert man sich ihnen aber doch, dann nur mit ruhigen Bewegungen und möglichst ohne zum Beispiel ein flatterndes Halstuch umgebunden zu haben. Eine Sonnenbrille kann verhindern, dass die Bienen auf das glänzende Auge aufmerksam werden.

Bienen sind eigentlich friedliche Tiere, den heimischen Arten wurde das Aggressionspotenzial außerdem zielstrebig weggezüchtet. Trotzdem bleiben sie wehrhafte Geschöpfe, die ihr Leben geben, um Brut und Vorräte zu schützen.




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