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Grube Bergmannsglück: Ausschuss will Sprengungen unter realistischen Bedingungen

"Den Hochrechnungen trauen wir nicht"

Kleinenbremen (ly). Bei den bevorstehenden Sprengungen in der Kleinenbremer Grube Bergmannsglück pocht der Bezirksausschuss auf Tests unter realistischen Bedingungen. "Hochrechnungen trauen wir nicht so recht", erklärt Friedrich Vogt, Vorsitzender des Ortsgremiums für Kleinenbremen und Wülpke.

Voraussichtlich Ende Oktober oder Anfang November will Dyna-Energetics, Pächter in spe der Barbara Erzbergbau GmbH, unterirdische Sprengversuche mit Ladungen von maximal 300 Kilogramm in der Grube Bergmannsglück durchführen. Im laufenden Betrieb würde später bis zu einer Tonne gezündet. Diese Menge soll nach dem Willen des Ausschusses auch bei den Tests verwendet werden, wie es in einem jetzt gefassten Beschluss heißt. Demnach gehört das Thema auf den "Runden Tisch", dessen Einrichtung Dyna-Energetics zugestimmt hatte. Platz nehmen dürften außer Politikern auch Portaner Verwaltungsbeamte und betroffene Bürger sowie Abgesandte beider Unternehmen. Gesprochen werden soll zudem über rechtliche Möglichkeiten der Einflussnahme. Bisher heißt es, die Stadt Porta Westfalica könne eine behördliche Genehmigung nicht verhindern. "Wenn die Grenzwerte nichtüberschritten werden, können wir davon ausgehen, dass dieser Betrieb kommt", so Vogt. Gemessen werden sollen an dem Probetag unter anderem Erschütterungen und Schallwellen. Rolf Rospek, Geschäftsführer von Dyna-Energetics, hatte während einer Bürgerversammlung in Kleinenbremen Offenheit und Transparenz zugesichert (wir berichteten). Befassen soll sich der "Runde Tisch" nach dem Beschluss des Ortsgremiums auch mit der Verkehrsproblematik. Laut Dyna-Energetics, dessen Ableger Dyna-Plat bereits in einemähnlichen Betrieb im hessischen Dillenburg-Oberscheld Metalle durch Sprengungen verbindet und dort keine Kapazitäten mehr frei hat, würden in Porta täglich etwa fünf Lastwagen mit Platten verkehren. Nur: Welchen Weg werden die Brummis nehmen? Für Anwohner ist dies eine wichtige Frage. Man müsste bloß wissen, wo Halle und Bürotrakt des neuen Betriebs (bis zu 60 Beschäftigte) entstehen. Von Porta Westfalica wird das Gewerbegebiet Nammen favorisiert. Unterdessen nimmt der "Runde Tisch" langsam Gestalt an. Mit Hans-Jürgen Berneking (FDP), Dietrich Müller-Prasuhn (SPD), Friedrich Vogt (Bündnisgrüne) und Heinrich Werkmeister (CDU) hat der Bezirksausschuss vier Politiker benannt, die an den Gesprächen teilnehmen sollen. Ein Termin für das erste Treffen war im Ortsgremium noch nicht bekannt. Übrigens: Im Fall der Sprengungen sieht Friedrich Vogt Volksvertreter im Zwiespalt. "Einerseits freuen sich Politiker, wenn Unternehmen von außerhalb kommen, Geld investieren und Arbeitsplätze schaffen", erklärt er. "Andererseits müssen sie dafür sorgen, dass die Lebensqualität der EinwohnerKleinenbremen und Wülpkes möglichst wenig beeinflusst wird."



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