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Biokompostwerk: Neues Gutachten zur Geruchsbelästigung / Einfluss auf Gewerbegebiet-Erweiterung

Den Einwohnern stinkt’s

Niedernwöhren. Nicht nur am Kanal steigt einem der miefige Geruch in die Nase – der Gestank des Biokompostwerks Wiehagen zieht auch immer wieder bis ins Dorf hinein, klagt Gemeindedirektor Walter Hartmann. „Die Geruchsbelästigung ist massiv.“ Und Bürgermeister Thomas Bachmann fordert: „Da muss was passieren.“

Das Problem ist nicht neu. Nach einem Geruchs-Gutachten im vergangenen Jahr hat die Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) bereits eine Instandsetzung der Anlage durchgeführt. Das habe positive Auswirkungen auf die Emission gehabt, sagt Peter Kühn, AWS-Geschäftsführer. Er gibt aber auch zu bedenken: „Eine Null-Emission wird man wegen der Bioabfälle niemals erreichen.“

Hartmann und Bachmann sind damit nicht zufrieden: Es stinke immer noch. Je nach Wind und Witterung sei die Belästigung unterschiedlich schlimm – in einigen Ortsteilen derber als in anderen.

Im September soll es jetzt ein neues Gutachten geben, von dem sich die Niedernwöhrener Aufschluss und als Konsequenz weitere Maßnahmen zur Geruchsminderung erhoffen. Kühn ist da optimistisch. Er geht davon aus, dass die Werte im zulässigen Bereich liegen. Dass das persönliche Empfinden da anders ausfallen kann, sei ganz normal. Das Gutachten bezieht sich Kühn zufolge vor allem auf die Pläne der Gemeinde, das Gewerbegebiet am Kanal zu erweitern. Für Gewerbegebiete gelten in Sachen Geruchsbelästigung weniger strenge Grenzwerte als in Wohngebieten.

Auch Bachmann bestätigt, dass die Gemeinde schon seit einigen Jahren daran interessiert ist, das Gewerbegebiet am Kanal zu vergrößern. Die Firma Raiffeisen, die bereits neben dem Kompostwerk ihren Hauptstandort hat, würde das begrüßen und habe bereits um den Ausbau der Kanalstraße gebeten, erläutert Bachmann. Niedernwöhren würde im Falle einer Ansieldung von weiteren Firmen vor allem von den Gewerbesteuern profitieren. Pläne dafür, „wie es werden könnte“, gebe es bereits. Aber noch keine offiziellen. Solange das Gutachten nicht vorliegt, könne man sowieso nichts unternehmen. Und solange es stinkt, würde die Gemeinde sowieso nicht die nötigen Genehmigungen bekommen.kil

Einige Niedernwöhrener haben die Nase voll: Der Geruch der Biokompostanlage Wiehagen zieht manchmal offenbar bis in die Wohnsiedlung hinein.kil




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