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Wie aus Speckstein Kunst wird

"Dem Stein keine Gewalt antun"

Obernkirchen (sig). In der Info-Galerie werden zurzeit nicht nur historische Landkarten ausgestellt, sondern auch Specksteinarbeiten. Hergestellt wurden sie von einem Damen-Trio, das sich vor einem halben Jahr zusammengefunden hat und gemeinsam dieses künstlerische Hobby pflegt.

Zu diesem Trio gehören Liselotte Dehler-Schmahl, Bärbel Scharf und Chri stine Blome, die bereits einmal in der Info-Galerie eigene Acrylbilder und Töpferarbeiten ausgestellt hat und inzwischen das Team des Obernkirchener "i-Punktes" in der Friedrich-Ebert-Straße verstärkt. Liselotte Dehler-Schmahl machte deutlich, weshalb sie sich gerade für die Bearbeitung von Stealit (Speckstein) entschieden hat. Dieses Mineral, das seit über 5000 Jahren für kunsthandwerkliche Gegenstände und Skulpturen verwendet wird, habe einen deutlichen niedrigeren Härtegrad als Sandstein, erklärte sie. Schon die Mesopotamier hätten daraus Siegel hergestellt, und in Persien seien bereits im dritten Jahrtausend vor Christi Gefäße aus Speckstein im Gebrauch gewesen. Dehler-Schmahl wies darauf hin, dass es diesen Werkstoff nicht nur in vielen Farben, sondern auch in unterschiedlichen Härten gibt, weil er außer Talk und Chlorit noch widerstandsfähigere Mineralien enthalten kann. Die Specksteinvorkommen in Deutschland seien weitgehend erschöpft. Funde aus den Alpen seien nur für technisch-industrielle Zwecke zu verwenden, eine Steinart aus dem hohen Norden hauptsächlich fürSpecksteinöfen. Noch kann sich aber die Obernkirchener Specksteingruppe ihren Werkstoff in Spezialgeschäften in Hannover und Bremen beschaffen. So steht weiteren kreativen Treffen, unter der Pergola von Liselotte Dehler-Schmahl oder im Atelier von Bärbel Scharf in Ahnsen nichts im Wege. Das Trio betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sich die Gestaltung des Specksteins nach dem jeweiligen Objekt richtet. Unter den verschiedenen Schichten gebe es immer wieder Einschlüsse, die einen Künstler unvorbereitet zwingen, die Gestaltung zu ändern. Dazu gehören zum Beispiel Insekten und andere Tiere sowie Wasserpflanzen. Dehler-Schmahl: "Meistens kommt die Idee während der Arbeit; man sollte dem Stein keine Gewalt antun." Dann ging sie noch kurz auf die verschiedenen Arbeitsgänge ein, bei denen gemeißelt, geraspelt und geglättet wird. Zum Abschluss kommen feine Stahlwolle, Spezialmittel und Wolltücher zum Einsatz, damit der gewünschte Glanz erzeugt werden kann. Das Trio wird seine Werkstücke übrigens nicht nur in der Obernkirchener Info-Galerie ausstellen, sondern auch am 2. November beim "Herbstzauber" im Warber Krug. Liselotte Dehler-Schmahl will einen Teil ihrer Arbeiten zudem am zweiten und dritten Advent zusammen mit anderen Schaumburger Künstlern in Lauenau zeigen.




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