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Fachleute zeigen sich überwiegend skeptisch / „Besser das Gespräch mit den Jugendlichen suchen“

Debatte über Videoüberwachung im Kurpark

Bad Münder (jemi). Kaputte Bänke, abgerissene Mülleimer und zerdepperte Lampen – im Kurpark mehren sich die Fälle von Vandalismus. Nachdem regelmäßig Jugendliche Zerstörungswut an den Tag legen, wird der Ruf nach einer Videoüberwachung laut. Stadtverwaltung, Verkehrsverein, Polizei und Sozialraum AG sind allerdings skeptisch.

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„Ich finde die Idee nicht komplett abwegig, schließlich könnte eine Videokamera durchaus abschreckend wirken“, zeigt sich Bürgermeisterin Silvia Nieber immerhin noch grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber dem Vorschlag. Dringenden Handlungsbedarf sieht sie nach eigenen Worten aber noch nicht. Auch Nieber findet den Vandalismus, der hauptsächlich im Sommer vorkomme, „unschön“. Durch die erhöhte Polizeipräsenz habe sich die Situation jedoch schon deutlich verbessert, erklärt die Bürgermeisterin.

Da pflichtet ihr auch Hauptkommissar Michael Rohde bei. „Wir hatten den Bereich Kurpark als Brennpunkt deklariert. Aus diesem Grund haben wir dort eine deutlich erhöhte Personenkontrolle durchgeführt“, erläutert der Sprecher des örtlichen Kommissariats. Das habe als Präventivmaßnahme schon Wirkung gezeigt.

Auch Günter Bargmann vom Kur- und Verkehrsverein erinnert sich noch gut an die zahlreichen Zerstörungen. Das Kneippbecken sei außerdem sehr häufig verunreinigt worden. Bargmann glaubt, dass möglicherweise schon Kamera-Attrappen ausreichen könnten, um die Jugendlichen abzuschrecken. Das sei schließlich deutlich günstiger. Bevor man die Heranwachsenden mit Kameras konfrontiert, solle man den Dialog suchen, meint Hermann Wessling von der Sozialraum AG. Wie die Polizei, ist auch er der Ansicht, dass die Präventivmaßnahmen, etwa in Form regelmäßiger Streifenfahrten, schon eindeutig zur Verbesserung geführt haben.

Bevor die Jugendlichen per Kamera-Aufzeichnung überführt und kriminalisiert würden, solle man besser in einem Gespräch auf sie zugehen, um die Hintergründe der Taten zu beleuchten. „Ich sehe den Bedarf einer Videokamera für Bad Münder daher nicht“, so Wesslings Fazit.

Spaziergang unter Beobachtung? Kameras im Kurpark halten die meisten Münderaner für überflüssig.

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