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Luther&Co - Der Reformationsblog

Das zerissene Tischtuch

Lutherisch und Reformiert - warum gibt es eigentlich nicht die eine evangelische Kirche?

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Autor

Heiko Buitkamp Pastor und Präses zur Autorenseite
Das hat mit einem einzigen gescheiterten Gespräch zu tun zwischen den beiden Reformatoren Martin Luther und Ullrich Zwingli. Sie waren gleich alt und dennoch grundverschieden. Beide versuchten, die Kirche zu verändern. Der eine - Luther - im Nodern Deutschlands, der andere - Zwingli - im Süden und in der Schweiz.  Luther durch eine strenge katholischer Erziehung und Bildung geprägt, Zwingli hatte ein humanistisches Studium hinter sich und war ein theologischer Quereinsteiger.
1529 stand es kritisch um die Reformation. Politisch schien es notwendig, die Evangelischen in Nord und Süd zu vereinen, um gegen die Katholiken bestehen zu können.
So zwang der hessische Landgraf Philipp die beiden Theologen an einen Tisch. Sie kannten sich bis dahin nur durch Briefe, in denen sie sich theologisch auseinandersetzten.
In Marburg ging der Streit zwischen den beiden um einen einzigen Punkt: das Verständnis des Abendmahls.
In der Bibel steht, dass Jesus über das Brot beim Abendmahl sagte: "dies ist mein Leib". Und so bestand Luther im Respekt gegen das biblische Wort darauf: für den Glaubenden wird beim Abendmahl das Brot zum Leib Christi.
Zwingli dagegen bestand darauf: Brot bleibt Brot. Jesus habe so manches gesagt, das wir übetragen verstehen müssen. Zum Beispiel nannte er sich den Weinstock und uns die Reben. Das sei ja auch nicht wörtlich zu nehmen. Und außerdem schmecke man es ja auch: Brot ist Brot und Fleisch ist Fleisch.
Luther schob die Tischdecke zur Seite und schrieb es auf die Tischplatte: Das ist mein Leib.
Zwingli sagte: Aber Brot bleibt Brot.
Schließlich soll Luther symbolträchtig das ganze Tischtuch zwischen sich und Zwingli zerschnitten haben.
Und das ist der Grund, warum es bis heute die Evangelisch-lutherische und die evangelisch-reformierte Kirche gibt.


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