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Hunderte strömen zum Treckertreffen nach Bakede – fasziniert von der Technik von gestern

Das Tuckern ist für sie Musik

Bakede. Es ist die Technik von gestern, die die Begeisterung von heute entfacht. Hunderte Besucher zogen die Sünteltaler Treckerfreunde an den beiden Pfingsttagen auf eine Wiese am Ortsrand – nüchtern betrachtet mit relativ wenig. Keine Band, keine Karussells, keine verkaufsoffenen Geschäfte, dafür aber dieses Geräusch. „Tuckern“ nennen es die Treckerfreunde liebevoll, doch das Geräusch eines anspringenden Hanomag, eines Porsche, eines Schlüter ist pure Kraft. Explosionen, die Bewegung verheißen. Das Vibrieren der schweren Maschine vor dem Lösen der Bremsen, der erste Ruck beim Anfahren: „Keine Ahnung, warum – aber die Leute lieben das. Und ich auch“, lacht Kurt Westphal. Der Bakeder ist Vorsitzender der Sünteltaler Treckerfreunde, die mit ihrem inzwischen fünften Treffen am Süntelrand vom Besucherinteresse am Sonntag geradezu überrannt wurden. Dabei hatten sich die Treckerfreunde durchaus auf eine größere Besucherzahl eingestellt, aber: „Keine 45 Minuten, dann war die Erbsensuppe ausverkauft“, lacht Westphal. Hungrig musste dennoch kein Besucher vom Platz, die Organisatoren hatten vorgesorgt – etwa mit frisch geräucherten Forellen von Henning Borcherding.

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Erbsensuppe, Bratwurst und Holzversteigerung waren aber nur Begleiterscheinungen, gekommen waren die Besucher wegen der Traktoren. Die konnten, sorgsam in Reihen aufgestellt und mit informativen Tafeln bestückt, besichtigt werden. Kein Besitzer, der Besuchern nicht bereitwillig Auskunft gab. „Dieselgespräche“, schmunzelt Westphal. Mit seinen Vereinskollegen hatte er aber auch Demonstrationen alter Technik vorbereitet. „Heuernte“ war als Motto ausgegeben worden, und auf der ans Festgelände angrenzenden Wiese wurde gemäht, gezettet und gewendet. „Wir haben extra noch eine Heumaschine gekauft, eine Bautz SK“, sagt Westphal. 1940 wurde die gefertigt, jetzt aus dem Schwarzwald an den Süntel gebracht.

Eine weite Anreise hat auch ein anderes Exponat der Schau, aus Böblingen hat Joachim Bürklen seinen Eicher-Traktor aus dem Jahr 1956 nach Bakede gefahren. Nicht auf direktem Weg, dafür aber auf eigener Achse: Der Mechaniker hat sich selbst eine zehnwöchige Auszeit verordnet und setzt einen lange vorbereiteten Plan um. Er reist mit seinem Traktor samt Anhänger durch Deutschland, hat dafür dreieinhalb Jahre lang sein Überstundenkonto gefüttert. 3000 Kilometer soll sein 16-PS-Eicher am Ende gelaufen sein – wenn alles gut geht. Bürklens erstes Ziel: „Langsam reisen, viel sehen“. Wie kaum eine andere Art zu Reisen erlaubt der Blick aus dem Cockpit des Eicher die Wahrnehmung der Landschaft. „Und man kommt leicht mit Menschen ins Gespräch, lernt viele Leute kennen“, sagt der 48-Jährige.

Als er am Montag seine nächste Etappe Richtung Bremen in Angriff nimmt, begleiten ihn die besten Wünsche vieler anderer Traktor-Enthusiasten. In deren Kreis wurde gestern Nachmittag auch Karl-Heinz Kramer aus Hamelspringe aufgenommen. Er sicherte sich bei der Verlosungsaktion den Hauptgewinn: einen voll restaurierten Normag K12 aus dem Jahr 1956.



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