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Stadthagens Wirtschaftsbetriebe-Chef Norbert Meyer muss im Dustern in den Ruhestand gehen

Das "Tropicana" ist eines seiner Meisterstücke

Stadthagen (ssr). Da ist er jahrzehntelang gerade auch für die Energieversorgung in Stadthagen verantwortlich gewesen - und dann das. Ausgerechnet bei der Verabschiedung des Chefs der hiesigen Wirtschaftsbetriebe und langjährigen Geschäftsführers der früheren Stadtwerke Stadthagen, Norbert Meyer, gab es einen "Blackout". Just als Meier am Donnerstag gegen 17 Uhr im Ratskeller Aufstellung genommen hatte, um die rund 40 geladenen Gäste zu empfangen, sorgte Orkan "Kyrill" durch Stromausfall für Düsternis. Vom Marktplatz draußen zuckten grelle Blitze durch die Butzenscheiben herein.

Abschied bei Kerzenschein: Norbert Meyerübergibt die Verantwortu

Meyer nahm's mit Humor: "Ein Stromausfall ist immer gut dafür, die Bevölkerungsquote in die Höhe zu jagen", ulkte er. Ratskeller-Wirt Norbert Krüger und sein Team kramten in Windeseile sämtliche verfügbaren Kerzen zusammen, um für zumindest schummriges Licht zu sorgen. "Bitte den siebenarmigen Kerzenleuchter auf das Rednerpult, hier sieht man gar nichts", versuchte Jürgen Wehling, Aufsichtsratschef der Wirtschaftsbetriebe, für etwas Durchblick zu sorgen. Beim Verlesen der Redemanuskripte musste dann auch noch eine Taschenlamppe herhalten. Tiefe Sorgenfalten durchfurchten die Stirn von Wirt Krüger. "Die Suppe kriege ich auch so hin, selbst das Fleisch im Bräter geht - aber wie ich ohne Strom das Gemüse heiß kriegen soll, weiß ich noch nicht", stöhnte er. Denn schließlich hatte die Stadt zur Verabschiedung von Meyer zu einem Essen eingeladen, das drohte zu einem minderen Genuss zu werden. Doch gegen 18.45 Uhr trat Entspannung ein. Das Licht ging an, die Küche war wieder funktionsfähig. Und Meyer genoss es, seinen Rückblick nun doch wie geplant mittels einer "Power-Point"-Präsentation beenden zu können. Meyer war 1972 zum Chef der damaligen Stadtwerke Stadthagen ernannt worden, die er bis zur Gründung der Stadtwerke Schaumburg-Lippe im Jahre 2002 leitete. Als "frühes Meisterstück" bezeichnete der Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsbetriebe, Jürgen Wehling, in seiner Laudatio die Leistung Meyers, die Energieversorgung in und um Stadthagen 1973 auf Erdgas umgestellt zu haben. Damitsei der Grundstein für die Expansion der Stadtwerke gelegt worden: "Meyer hat mit dem richtigen Pfund gewuchert." In den achtziger Jahren habe für Meyer die umfassende Optimierung der hiesigen Wasserversorgung im Mittelpunkt gestanden. Ein Meilenstein, so Wehling weiter, sei im Jahre 1993 dieÜberführung der Stadtwerke in eine GmbH gewesen, durch die Meyer zum Geschäftsführer avancierte. In diesem Zuge seien die Freizeitbetriebe gegründet worden. Nach dem Brand des alten Hallenbades habe Meyer entschlossen den Aufbau des ersten "Tropicana" mit integriertem Wellenfreibad gemanagt. Dieses Freizeitzentrum inklusive Eispark habe sich weit über die Kreisgrenzen hinaus "zu einem Markenzeichen der Kreisstadt entwickelt", würdigte der Aufsichtsratschef. Als nach dem Brand des "Tropicana" der Wiederaufbau nötig wurde, leitete Meyer diesen als Projektleiter und führte das Bad noch durch das erste Betriebsjahr. Meyer habe sich 35 Jahre lang "mit einer Riesenportion Idealismus, erheblicher Zielstrebigkeit und großer Weitsicht" den Belangen der Stadtwerke und der Wirtschaftsbetriebe gewidmet, fasste Wehling die Berufszeit Meyers anerkennend zusammen. In einer Mischung aus bilanzierendem Rückblick und humoresken Anekdoten gestaltete Meyer seine Abschiedsrede. So erinnerte er an die aus seiner Sicht alternativlose Verschmelzung der drei Stadtwerke Stadthagen, Bückeburg und Obernkirchen zu den Stadtwerken Schaumburg-Lippe im Jahre 2002. Diese sei als Folge der Liberalisierung des Energiemarktes "eine zukunftssichernde Richtungsentscheidung" gewesen. Gerade im Blick auf "diese schwierige Zeit" hob er das große Engagement seiner damals insgesamt 120 Mitarbeiter hervor.



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