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Interview mit VfL-Fußball-Boss Martin Brandt

Das System "VfL Bückeburg" funktioniert auch in der BOL

Fußball (jö). Ein Abstieg ist erfahrungsgemäß mit großem Personalschwund verbunden. Martin Brandt vom VfL Bückeburg versucht die Reihen beim zukünftigen Bezirksoberligisten zu schließen und die drohende Erosion zu verhindern. Doch sind Abwanderungstendenzen wirklich aufzuhalten? Wir sprachen mit dem 41-jährigen Martin Brandt.

Martin Brandt, der Fußballchef des VfL Bückeburg, ist zurzeit au

Welche konkreten Maßnahmen wurden eingeleitet, um die Mannschaft zusammen zu halten? Wir haben der Realität ins Auge gesehen und schon im Winter das Wort Abstieg in den Mund genommen. Der Vertrag mit Trainer Timo Nottebrock wurde frühzeitig verlängert. Die Spieler wussten seit Januar, wo sie dran sind. Auflösungserscheinungen kann ich nicht erkennen. Mit jedem einzelnen Spieler wurden Gespräche geführt und der Kader bleibt insgesamt zusammen. Aber wir werden im Sommer die ganz normale Fluktuation durch Studium und Wohnortwechsel haben. Nimmt man Torben Deppe, Ferit Tarak und Alexander Bremer hinzu, die anderweitig verhandeln, könnte durchaus eine halbe Mannschaft wichtiger Spieler abwandern. Die drei haben noch nicht zugesagt, das stimmt. Dass sie gehen, steht noch nicht fest. Das System VfL Bückeburg funktioniert aber auch in der Bezirksoberliga. Unsere 108 Sponsoren unterstützen uns ja nicht als Niedersachsenligamannschaft, sondern damit wir ein vernünftiges Sportangebot auf die Beine stellen. Auch im Sommer werden wieder gute Nachwuchsspieler aufrücken. Wie erklärt es sich eigentlich, dass eine Mannschaft, die in der letzten Saison so gut mitspielte, nun plötzlich abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz liegt? Wir schwammen in der letzten Saison auf einer Euphoriewelle und glaubten nach den durchweg guten Ergebnissen in der Vorbereitung wahrscheinlich, dass es automatisch so weitergeht. Doch dann kommt ein klassischer Fehlstart, dann kommen Verletzungen und plötzlich steht man mit dem Rücken zur Wand. Dafür gibt es sogar im Profifußball Beispiele. Beobachter meinen, dass es mit nur wenigen potenten Verstärkungen durchaus möglich gewesen wäre, das Niveau zu halten. Mit den Neuzugängen hätte man die gute Nachwuchsarbeit veredeln können. Ein Versäumnis des VfL Bückeburg? Wir haben uns in den letzten Jahren natürlich immer wieder umgeschaut. Da passierte mehr, als viele glauben. Aber wir müssen sehen: Eine Verpflichtung von Spielern mit Niedersachsenliganiveau ist nicht drin und mögliche Neuzugänge aus unteren Klassen gehen häufig den hohen Anforderungen aus dem Weg oder haben unrealistische Vorstellungen. Und was hätte es geholfen? Ein Abstieg tut weh, aber gemeinsam mit uns muss bekanntlich die halbe Staffel nach unten. Die Oberliga wäre aufgrund der sehr hohen Auflagen für den VfL Bückeburg ohnehin nicht realisierbar gewesen.



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