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Eröffnungsbilanz für Haushaltsbuch: Sämtliches Vermögen bewertet

Das städtische Vermögen ist 41,7 Millionen Euro wert

Bückeburg (rc). Was ist eine Stadt wert? Diese Frage hat derzeit die Stadtverwaltung zu klären. Denn mit der Einführung des Haushaltsbuches und der Doppik am 1. Januar 2008 muss eine Eröffnungsbilanz vorgelegt werden, in der das gesamte Vermögen der Stadt aufgelistet und bewertet ist. Seit gut sieben Monaten arbeitet eine Arbeitsgruppe an dem Werk, wie der Wirtschafts- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Mittwochabend erfuhr. 95 Prozent der Vermögenserfassung sind bereits geschafft, der "große Meilenstein" fast erreicht, so der Leiter des Fachgebiets Finanzen, Reiner Wilharm.

Seine Antwort auf die Frage, wie hoch das städtische Vermögen ist: rund 41,7 Millionen Euro. Netto ergibt sich ein Eigenkapital von 24,5 Millionen Euro, aus der sich nach Abzug aller Kosten für das neue Haushaltsbuch eine Nettobelastung von 400 000 Euro ergibt. Das heißt, diese Summe muss im neuen Haushaltsbuch bereit gestellt werden, weil dort sonst eine Lücke klafft. "Diese geringe Summe hat mich doch überrascht", sagte Wilharm, sie müsse auszugleichen sein. In die gleiche Kerbe schlug der Ausschussvorsitzende Christopher Wuttke (CDU): "Diese 400 000 Euro sind hoch akzeptabel und müssten unseren sportlichen Ehrgeiz wecken, sie auszugleichen." Alles galt es zu bewerten: Grundstücke samt der darauf gebauten Gebäude; Straßen samt ihres Belags, der Anzahl der Straßenlaternen und der Grünanpflanzungen; Brücken, Wirtschafts- und Feldwege; Fahrzeuge und Geräte; das Inventar des Rathauses; das Vermögen der stadteigenen Betriebe wie Abwasserbetrieb oder Bäder GmbH; Zuschüsse und Zuweisungen Dritter. Kriterien dafür gab es teilweise nicht, sie mussten in enger Abstimmung mit dem Landkreis entwickelt werden. Am Schluss kam jedenfalls heraus: Bückeburgs 333 Straßen, 152 Wirtschaftswege, 740 Straßenabschnitte und 1468 Grundstücke stellen ein Vermögen von 16 Millionen Euro dar. "Auch wenn wir nie eine Straße verkaufen können", so Wilharm. Die Herstellung der Straßen und Gebäude kostete die Stadt einst 50,2 Millionen Euro. Sie werden mit einem Restbuchwert von 25,7 Millionen Euro in der Bilanz geführt. Die Zusammenrechnung der Sonderposten ergab ein Vermögen von 26 Millionen Euro, das mit einem Restbuchwert von 17,2 Millionen geführt wird. Die Aufstellung der Bilanz wurde seitens der Verwaltung genutzt, neben der Vermögensbewertung auch eine Bewertung des Zustandes des Eigentums vorzunehmen. Alles wurde in den Computer eingegeben. "Wir haben Bewertung und Unterhaltung unseres Infrastrukturvermögens in eine Datenwelt integriert", berichtete Fachgebietsleiter Michael Buhr, bei dem die Fäden dieses so genanntenGIS-Systems zusammenlaufen. Die Zusammenführung werde zu einer weiteren Verschlankung der Verwaltung führen, prognostizierte Buhr. Der Datenbestand könne aktuell von allen Fachbereichen abgerufen werden und werde auch ständig aktualisiert. "Wichtig wird sein, in der Verwaltung anders zu denken,Wissen mit anderen zu teilen." Auch die Politik werde von diesen Arbeiten profitieren, sagte Wuttke. Der neue Datenbestand enthalte wichtige Sekundärinformationen über Pflege und Sanierung von Straßen, so dass zum Beispiel eine Sanierungsliste beschlossen werden könne: "Wir werden als Rat profitieren und effektiver arbeiten können."

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