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„Das Museum ist wie eine kleine Firma“

BAD MÜNDER. Das Museum im Wettbergschen Adelshof, das Süntelbuchen-Arboretum, das Bürgerhaus, die Zeitschrift „Der Söltjer“ und der heimatkundliche Stammtisch – das sind die herausragendsten Arbeitsfelder der Ortgruppe Bad Münder im Heimatbund Niedersachsen. Die hatte jetzt zur Jahresversammlung geladen.

Museumschef Michael Meier (l.) stellt gemeinsam mit Hermann Wessling (Mitte) Roland Wessling die aktuelle Ausstellung vor. Foto: Huppert

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Christoph Huppert Reporter

„Auch wenn wir uns eine stärkere Berücksichtigung in den Publikationen der Stadt wünschen, sind wir insgesamt nicht unzufrieden“, bilanzierte Museumschef Michael Meier. Dass die Stadt das Museumsgebäude zur Verfügung stelle, sei schon „großartig“. Grund genug für das überaus aktive Drittel der derzeit 87 Mitglieder der Ortsgruppe, auch selbst mit Hand anzulegen. Etwa bei der Gestaltung des Geländes vor dem Gebäude. Dort wurden auf der Wiese kleine Fähnchen angebracht, die Hundehalter darauf hinweisen, die reichlich vorhandenen Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner gefälligst zu entsorgen. Rund um die Begrenzungsmauer seien außerdem neue Anpflanzungen mit heimischen Gehölzen vorgenommen worden, teilte Dr. Kai Witthinrich mit, und im nächsten September sei eine große „Brunnenaktion“ geplant. Dann solle der Vorplatz samt dem derzeit ziemlich unansehnlichen Brunnendeckel neu gestaltet werden.

Auch bei der am 17. Juni stattfindenden „Museumssommernacht“ der „Museumslandschaft Hameln-Pyrmont“ werde das mündersche Team wieder dabei sein. Witthinrich: „Im Museum werden wir dann die Herstellung von Glasperlen zeigen, und im Bürgerhaus nebenan das Thema Bleiverglasung vorstellen.“

Auch eine weitere große Sonderausstellung sei bereits in Vorbereitung. Ab April des kommenden Jahres dreht sich im Museum alles um das Thema „Gesundheit“. „Wir wollen zeigen, wie die Medizin aufs platte Land kam. Dabei wird der Bogen von der Pest im Mittelalter bis in die Neuzeit geschlagen“, kündigte Witthinrich an.

„Unser historisches Bürgerhaus wird in diesem Jahr zehn Jahre alt“, sagt Michael Meier. Dazu werde es eine 86 Seiten starke Publikation geben. „Das ist nach Witthinrichs Buch über die Familie Wettberg dann die 13. Veröffentlichung in der Schriftenreihe unseres Museums“, so Meier stolz.

Außerdem sei die Zusammenarbeit mit der Hochschule in Hildesheim neu belebt worden. Momentan befindet sich eine große Flurkarte aus Nettelrede im dortigen Fachbereich für Papierrestaurierung zur Aufarbeitung. „Auch zwei alte Grenzkarten mit fürchterlichen Schäden sind dort Thema für eine entsprechende Masterarbeit“, teilte Meier mit.

Während sich beim in der Regel sechsköpfigen heimatkundlichen Stammtisch unter der Leitung des ehemaligen Parlamentsrates Dr. Gerd Kastendiek alles um heimat- und landesgeschichtliche Literatur dreht, ist im Süntelbuchenarboretum auch kräftiges Anpacken gefragt. Dank großzügiger Spenden könnten jedoch auch Arbeit und Forschung im Arboretum nach der Anschaffung eines Schlegelmulchers und eines Traktors unverändert erfolgreich weitergehen.

In Zusammenarbeit mit dem Springer Museum widmet sich eine Näh- und Arbeitsgruppe historischen Stoffen und Kleidern, und seit kurzem ist auch ein neu ins Leben gerufener „mineralogischer und paläontologischer“ Arbeitskreis aktiv. „Wir wollen Steinbrüche in der Umgebung besuchen und dabei auch für Kinder ein attraktives Programm anbieten“, so Beatrix Taube. Das alles zu koordinieren und unter einem Dach erfolgreich zusammen zu führen, sei nicht einfach, so Meier. „Das erfordert viel Geschick und Ausdauer, denn unser Museum, das ist schon wie eine richtige kleine Firma.“ Meiers sehnlichster Wunsch: „Unterstützung der Betreuung und Hilfe beim Vertrieb des Söltjers – und Mode aus den 60er und 70er Jahren.“ Mode aus vergleichsweise junger Vergangenheit soll die Sammlung komplettieren.

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