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Das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft

"BürgerSchätze" heißt es im Museum August Kestner in Hannover in einer Sonderausstellung, die über die gezeigten Objekte hinaus, sich dem Thema Sammelwesen widmet. Und damit alle diejenigen ehrt, die mit ihren Sammlungen den Grundstock für das Kestner-Museum gelegt haben. Gezeigt werde 16 Persönlichkeiten, die das Profil des Hauses mitgeprägt haben.

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Hannover. Der Begriff Museum ist untrennbar verbunden mit seinen Vorläufern, den Kunst- und Wunderkammern. „Kammer“, bedeutet, dass die räumliche Ausdehnung einer Sammlung früher nicht die Ausmaße heutiger moderner Museen erreichte. Die meisten der heutigen Museen spalten sich jedoch allgemein auf in sogenannte Fachmuseen. Mit einer Ausnahme: Kulturhistorische Museen, wie das Museum August Kestner, das versucht, den Kreis immer wieder nach rückwärts zu schließen und sich fachlich abzugrenzen, um ein allgemeines Weltbild zu gewinnen, auch wenn der zeitweilige Blick über den Tellerrand, zur Moderne, gepflegt wird.
 Die Frage, was sammelnswert ist, kann nicht vom Geld allein bestimmt werden. Gewöhnliche Gebrauchsgegenstände können, aufgrund ihrer Geschichte, plötzlich Seltenheitswert erhalten. Der Leitstern ist vorrangig die Sehnsucht, ausgefallene Objekte und Kunstwerke zu sammeln.
 Das Museum August Kestner ist lebender Beweis des Sammelwesens, von den Zeiten der Antike bis in die Gegenwart. Die Sonderausstellung „BürgerSchätze“ gibt einen Überblick über die Sammlung und widmet und ehrt damit alle, die für das ständige Wachsen des ältesten städtischen Museums in Hannover ihren großen Beitrag geleistet haben.
 Den Grundstock des 1889 eröffneten Hauses bildet die Sammlung August Kestners, des von 1817 bis 1853 in Rom lebenden hannoverschen Gesandten beim Vatikan. Er vermachte seine in Rom in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zusammengetragene Sammlung von ägyptischen und antiken Artefakten sowie Malerei und Grafik seit der Renaissance seiner Heimatstadt. Sein Neffe Herman gab noch einmal 100 000 Mark zum Bau des Museums dazu. Und noch vor der Eröffnung des Hauses 1889, erwarb die Stadt von dem Senator und Druckereibesitzer Friedrich Culemann seine herausragende Sammlung des mittelalterlichen Handwerks.
 Aus der 125-jährigen Geschichte des Museums (Katalog) wurden 16 Persönlichkeiten ausgewählt, die, begonnen bei Erich Kestner (1853), bis zu Horst Egon Berkowitz (2009), eine besondere Bedeutung für das Profil des Hauses hatten – und haben.
 Direktor Wolfgang Schepers: „Als Schnittstelle zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft halten die Museen Material für Ausstellungen und Bildungsarbeit, gerade auch für zukünftige Generationen, bereit. Sie sind das kollektive Gedächtnis der Gesellschaft.“

 4 Bis 02.03.2014, (www.museum-august-kestner.de)

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