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„Lord Of The Dance“ in der Swiss Life Hall / Seit 17 Jahren Dauerbrenner und Publikumsmagnet

Das „Klacken der Killerhacken“ begeistert 2700 Fans

„Lord Of The Dance“, „Feet Of Flames“, „Celtic Tiger“ – drei irische Dance-Shows, mit denen Michael Flatley weltweit für Furore sorgt. Dennoch, „Lord Of The Dance“ bleibt das tänzerische Aushängeschild des Super-Steppers, der seit Jahren aber mehr oder weniger steppen lässt. Show-Erfinder Flatley konzentriert sich, bis auf wenige Ausnahmen, weitgehend auf seine Arbeit als Regisseur und Choreograf – streift sich daher die Steppschuhe nur noch selten über.

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Uraufgeführt im Juni 1996 im Dubliner „Point Theatre“, ist das Tanzspektakel trotz mittlerweile 800 Shows in Deutschland und 75 Millionen Zuschauern weltweit noch immer ein verblüffender Publikumsmagnet und Dauerbrenner. Wer letztendlich auf der Bühne performt ist eigentlich egal – die farbenprächtige Multimedia-Schau, unterstützt von rasanter Fußarbeit, explosiven Steppbewegungen, Scherensprüngen und Hackenklicks der Akteure machen „Lord Of The Dance“ noch immer zu einem Ohren- und Augenschmaus.

Die von Ronan Hardiman komponierte Musik mit ihren irischen Klängen ist auch nach Jahren noch nicht verbraucht, da stört dann auch nicht sonderlich, dass die Musik aus der Konserve kommt. Dafür faszinieren die Tänzer und Tänzerinnen umso mehr, die in ihren futuristischen Kostümen zeigen, wie anspruchsvoll Stepptanz sein kann. Die Professionalität der Tänzer ist beeindruckend – alle Akteure müssen exakt synchron tanzen, oft wird im Vorfeld an einer 30-Sekunden-Szene mehr als acht Stunden gearbeitet. Wenn auch nur ein Tänzer nicht im Takt ist, droht die ganze Show zu kippen – Präzision ist so Hauptbestandteil der Show.

Auf einer Leinwand werden die Zuschauer zu Beginn der Show ins Universum entführt, während eine Gruppe von Mönchen mit Fackeln in den Händen die Bühne betritt. Eine Tänzerin, „The Little Spirit“, im bunten Narrenkostüm, spielt auf ihrer Flöte ein Lied und ist die gesamte Show allgegenwärtig.

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  • Farbenfrohe Performance der kleinen Magierin „The Little Spirit“ Texte und Konzertfotos: Lars Andersen

Zwei dramatische Akte erzählen den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Die Protagonisten: Ein überaus netter Lord, meist umrahmt von einer sehr sympathischen Gefolgschaft und ein Anti-Lord namens Don Dorcha, der sich teilweise von furchterregenden Soldaten umgibt, deren schwarze Helme Totenköpfe zieren.

Aber es geht auch anders – elf anmutende Girls, zunächst in bunten Kleidchen, später dann in schwarzer Unterwäsche, sorgen für strahlende Gesichter unter den männlichen Konzertbesuchern – „Victoria’s Secret“ lässt grüßen.

Aufgepeppt wird die Show immer wieder mit Live-Einlagen – unter anderem mit einem Violin-Duo, das zusätzlich zu ihrem Spiel Hochleistungsgymnastik präsentiert, und einer Mezzo-Sopranistin – dazu vom Band eingespielte Evergreens wie „Cry Of The Celts“, „Warriors“ oder „Hell´s Kitchen“.

Gnadenlose Synchronität und ein unglaubliches Tempo der Tänzer und Tänzerinnen sorgen immer wieder für Zwischenapplaus des Publikums. Die „Hard Shoes“ oder „Horn Pipes“, so nennen sich die Steppschuhe der Tanz-Armee, sind gut zu hören und demonstrieren, welch enorme Körperbeherrschung von den Akteuren abverlangt wird.

Michael Flatley’s „Lord Of The Dance – The Video“ ist das bis dato mit 450 000 Einheiten meist verkaufte Musik-Video aller Zeiten und wurde mehrfach platinveredelt. Da müssen sich selbst Top-Künstler wie Herbert Grönemeyer oder Phil Collins geschlagen geben.

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