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Warum es Skrei nur im Winter gibt und dieser norwegisch-arktische Kabeljau Gourmets begeistert

Das „Gold der Lofoten“: Fisch zur Fastenzeit

Das raue Norwegen ist die Heimat des Skrei. Dort ereignet sich Jahr für Jahr von Januar bis März vor den Lofoten ein beeindruckendes Naturschauspiel: Riesige Schwärme des Winterkabeljaus kehren zu ihrer Geburtsstätte zurück. „Über 800 Kilometer haben die Fische dann von der Barentssee zurückgelegt, um vor den Lofoten zu laichen“, erzählt Sabrina Wiehe von Fisch-Otto aus Winzlar. Seiner langen, abenteuerlichen Reise verdankt dieser Fisch seinen Namen: Skrei bedeutet auf Norwegisch „Wanderer“.

Das raue Norwegen ist die Heimat des Skrei. Dort ereignet sich Jahr für Jahr von Januar bis März vor den Lofoten ein beeindruckendes Naturschauspiel: Riesige Schwärme des Winterkabeljaus kehren zu ihrer Geburtsstätte zurück. „Über 800 Kilometer haben die Fische dann von der Barentssee zurückgelegt, um vor den Lofoten zu laichen“, erzählt Sabrina Wiehe von Fisch-Otto aus Winzlar. Seiner langen, abenteuerlichen Reise verdankt dieser Fisch seinen Namen: Skrei bedeutet auf Norwegisch „Wanderer“. Dabei handelt es sich um einen eigenen Kabeljaustamm, den norwegisch-arktischen, der im kalten, reinen Nordpolarmeer aufwächst und weite Strecken zurücklegt.

Für die Fischer auf den Lofoten bricht mit der Ankunft des Skreis eine Zeit großer Betriebsamkeit an: Dann laufen unzählige Boote aus; denn dieser Fisch wird bis heute mit traditionellen Fanggeräten wie Angeln, Langleinen und Netzen gefangen, einzeln an Bord geholt und von Hand verarbeitet. „Der Skrei hat ein sehr kräftiges Fleisch, weil er mehr mageres, feines Muskelfleisch besitzt als seine Artgenossen“, erklärt Sabrina Wiehe die Vorzüge dieser delikaten Kabeljau-Art, die es nur acht Wochen lang gibt und die inzwischen von den Speisekarten der deutschen Spitzengastronomie nicht mehr wegzudenken ist.

Der Überlieferung nach waren es wahrscheinlich norwegische Wikinger, die im 10. Jahrhundert als erste begannen, mit dem Skrei zu handeln. Später entwickelte sich der Skreifang zur wichtigsten Saisonfischerei in Norwegen und ist heute „das Gold der Lofoten“, das größte Exportgut dieser Inselgruppe. Mit effektiven Schutzmaßnahmen haben es die Norweger bislang geschafft, einer Überfischung entgegenzuwirken und so den Bestand zu bewahren.

Skrei passt hervorragend in die Fastenzeit, in der traditionell gern Fisch gegessen wird. Er lässt sich ohne viel Aufwand zubereiten. Sein hervorragender Geschmack spricht für sich. „Kurz in etwas Butter auf der weißen Seite braten, dann wenden und auf der Hautseite gar braten“, empfiehlt Sabrina Wiehe für den reinen, unverfälschten Skrei-Geschmack. Wer das „Gold der Lofoten“ mit einer Sauce genießen möchte, die den Geschmack des Skreis gut aufnimmt, sollte folgendes Rezept ausprobieren: Eine Zwiebel fein hacken, in Butter glasig dünsten, mit Weißwein oder Rotwein ablöschen, Sahne und Brühe dazugeben. Den Skrei auf der Hautseite in die Sauce geben und alles bei schwacher Hitze zehn Minuten köcheln. Auf dem Wochenmarkt kostet ein Kilo Skrei bei Fisch-Otto 16,90 Euro. Fisch-Meyer bietet das Kilo für 18,90 Euro an.

„In der kalten Jahreszeit sind Kochfische gefragt“, weiß Sabrina Wiehe, „weil dann Fisch gern etwas deftiger gegessen wird.“ Auswahl gibt’s genug. Doch auch alle, die die Früchte des Meeres lieber kalt verzehren, werden bei den Fisch-Anbietern auf dem Markt gut bedient. Bei Fisch-Otto gibt’s mit Lachs-Tatar zurzeit eine hausgemachte Spezialität, die eine leckere (Fasten-)Alternative zum Rindermett darstellt: „Unser Lachs-Tatar wird aus Räucherlachs, Gurken, Zwiebeln, buntem Pfeffer, frischen Kräutern und Ei zubereitet“, verrät Sabrina Wiehe. Auf Schwarzbrot mundet dieser rosige Fischtatar mindest ebenso gut wie Fleischtatar. 100 Gramm kosten 1,59 Euro. Einfach mal probieren!

Übrigens: Früher mussten Christen zur Fastenzeit nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Milchprodukte, Wein und Eier verzichten. Heute ist das Fasten eher eine freiwillige, individuelle Angelegenheit. Aber warum da nicht mal Fleisch gegen Fisch tauschen?

Der Wochenmarkt findet am Samstag trotz der Bautage an gewohnter Stelle auf dem Rathausplatz statt.

Einfach riesig – dieser Skrei aus dem hohen Norden: Sabrina Wiehe von Fisch-Otto aus Winzlar am Steinhuder Meer zeigt ein Prachtexemplar. Das „Gold der Lofoten“ gibt es nur bis Ende März. Der Geschmack dieses Winterkabeljaus ist einzigartig. Zur Fastenzeit werden auf dem Wochenmarkt aber auch kalte Fischspezialitäten wie Lachs-Tatar angeboten. Foto: Wal

Vom Hamelner Wochen-

markt berichtet

Karin Rohr




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