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"Lauenauer Runde" setzt Findling für die Wüstung Venreder / 400 kommen zur Feierstunde

Das Geheimnis der versunkenen Siedlung

Feggendorf (nah). Ein wahrscheinlich vor 500 Jahren untergegangenes Dorf ist wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung gelangt. Mehr als 400 Anwesende, darunter etliche Schulkinder aus Lauenau und Rodenberg wurden Zeuge, als der Feggendorfer Karl Rickenberg einen tonnenschweren Findling enthüllte. Die Inschrift nennt den Anlass für die Aktion: Hier befand sich die Wüstung Venreder. Der Stein liegt direkt im Flurstück "im olen Ore", dem "alten Orte".

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Lange waren sich auch ernsthafte Geschichtsschreiber nur in Vermutungen ergangen, was es mit der Siedlung auf sich haben könnte. Bis vor einigen Jahren wurde sie sogar noch an ganz anderer Stelle vermutet: Eine 1994 erschienene Exkursionskarte der Historischen Universität Göttingen verzeichnet sie am heutigen Klärwerk der Samtgemeinde. Erst der Feggendorfer Karl Rickenberg hat in akribischer Suche in Archiven, aufKarten und dann auch noch in der Natur etliche Belege zusammengetragen und sie jetzt in einer kleinen Broschüre veröffentlicht: "Das liest sich zwar nicht so spannend wie Harry Potter", sagte der Vorsitzende der "Lauenauer Runde", Heyno Garbe, zum Auftakt der Feierstunde in der Feldmark, aber er riet den anwesenden Kindern, das Heft gemeinsam mit den Eltern zu studieren. Die "Runde" hatte zusammen mit demörtlichen Geschichtsarbeitskreis auch die Idee mit dem Findling und fand Helfer für die Realisierung. So will der Feggendorfer Manfred Borcherding sich als "Pate" um die Pflege des kleinen Platzes am Ende des "Kluß" und in unmittelbarer Nähe der Echternbeeke kümmern. Dass die Feierstunde in enger Abstimmung mit den Schulen erfolgte, geht ebenfalls auf Garbe zurück: "Die große Geschichte wird im Unterricht gelehrt", bemerkte er, "doch die lokale Historie wird oftmals vergessen". Er dankte zugleich für das Interesse der Lehrer. Diese hatten im Unterricht zum Teil ganz ausführlich auf den kleinen Ausflug vorbereitet. Die Klasse 4 a der Lauenauer Albert-Schweitzer-Schule brachte sogar laminierte Collagen zum möglichen Verlauf des Venreder-Niedergangs mit und montierte sie an einer eigens aufgestellten Tafel. Die Rodenbergerin Marlies Berndt-Büschen erzählte den jungen und erwachsenen Anwesenden die Sage vom "Venerdeep", dem Venreder-Teich. Zuvor hatte Garbeüber Wüstungen und den möglichen Untergang von Venreder referiert. Der Rodenberger Walter Münstermann steuerte Zitate des Heimatforschers Adolf Mithoff bei, musste jedoch zugeben, dass Mithoff keine Quellen für seine Vermutungen und Darstellungen genannt hat. Umrahmt wurde die Enthüllung des Steins von musikalischen Beiträgen der Gesangvereine Lauenau/Messenkamp und Feggendorf.

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