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Pausenhalle wird nicht zerstört

Das Erbe des Star-Architekten bleibt erhalten

Afferde (kar). Die Pausenhalle der Grundschule in Afferde, die von dem Star-Architekten Professor Dieter Oesterlen geschaffen wurde, bleibt unangetastet: Ein Erweiterungsbau für die dringend notwendige Kinderkrippe auf Kosten der Halle kommt „aus Kostengründen“ nicht infrage. „Er würde teurer ausfallen als ein Neubau“, sagt Andreas Breitkopf, städtischer Fachbereichsleiter für Bildung, Jugend und Sport nach Prüfung aller Möglichkeiten: „Auch ein Anbau an die Sporthalle würde zu teuer.“

Afferde (kar). Die Pausenhalle der Grundschule in Afferde, die von dem Star-Architekten Professor Dieter Oesterlen geschaffen wurde, bleibt unangetastet: Ein Erweiterungsbau für die dringend notwendige Kinderkrippe auf Kosten der Halle kommt „aus Kostengründen“ nicht infrage. „Er würde teurer ausfallen als ein Neubau“, sagt Andreas Breitkopf, städtischer Fachbereichsleiter für Bildung, Jugend und Sport nach Prüfung aller Möglichkeiten: „Auch ein Anbau an die Sporthalle würde zu teuer.“ Breitkopf favorisiert daher die „Solitärlösung“, sprich: einen separat stehenden Neubau, der bei wachsendem Krippenbedarf sogar noch erweitert werden könnte. Die Planungen sollen bei der Ortsratssitzung am 20. Mai vorgestellt werden.

Aufatmen bei Schulleiter Uwe Wilhelms-Feuerhake und Archäologe Joachim Schween, die sich vehement gegen einen Eingriff in die Pausenhalle ausgesprochen hatten – zum einen, weil es das Werk eines der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts zerstört hätte, zum anderen, weil dann ein Viertel der ohnehin nicht allzu großen Halle von den Schülern nicht mehr hätte genutzt werden können. Und das ist für Wilhelms-Feuerhake „nicht akzeptabel“.

Denn: Die Pausenhalle wird nicht nur bei schlechtem Wetter von den Schülern genutzt, sondern hält auch in Ermangelung einer nie gebauten Aula als Veranstaltungsraum für Eltern und Schüler her – und da ist jeder Quadratmeter wichtig. „Wir sind froh, dass die Pausenhalle jetzt so bleibt wie sie ist“, freut sich der Schulleiter. Denn neben den praktischen Erwägungen zählen auch ästhetische Gesichtspunkte: Die von Professor Oesterlen gestaltete Halle ist ein Meisterwerk aus den 50er Jahren mit einem kunstvoll gefertigten Mosaik-Brunnen, schlanken Mosaik-Säulen und einem als Landkarte gestalteten Fußboden, auf dem die Weser, Hameln und die umliegenden Ortschaften abgebildet sind. „Das alles gehört zum Besten, was an Raumkunst der 50er Jahre in unserer Region heute noch existiert“, hatte Archäologe Schween geltend gemacht und eindringlich vor einer Zerteilung der Halle gewarnt: „Sie käme einer Zerstörung gleich.“

Gewalt angetan hatte man dieser Halle bereits in den 80er Jahren, als der Kindergarten angebaut wurde und den ehemals lichtdurchfluteten Saal verdüsterte. Trotzdem hat der Raum auch heute noch Atmosphäre und sehr viel Eleganz, wie Schween sagt. Und die bleibt jetzt erhalten.

Architekt Dieter Oesterlen (1911-1994) hatte nach dem Krieg dem zerstörten Hannover seinen Stempel aufgedrückt und in Hameln das Kunstkreis-Studio gebaut. Eine heftige Kontroverse war zuletzt um den von Oesterlen gebauten Landtag entbrannt, der nach dem mehrheitlichen Wunsch der Abgeordneten abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll.

Die Afferder Schüler lieben ihre Pausenhalle, weil sie sich so schön zum Toben eignet. Sie wurde von Star-Architekt Dieter Oesterlen gestaltet und drohte durch einen geplanten Erweiterungsbau zerteilt zu werden. Jetzt wird eine andere Lösung favorisiert. F.: Dana




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