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Pastor und Kirchenvorstand kommen nicht so recht klar: Wolfgang Warnecke verlässt St. Jacobi

Das Ende der "konzeptionellen Differenzen"

Rodenberg (tes). Der geistliche Vizepräsident des Landeskirchenamtes Hannover, Arend de Vries, hat Pastor Wolfgang Warnecke von der Arbeit in der St. Jacobi-Gemeinde entpflichtet und per Handschlag verabschiedet.

Pastor Wolfgang Warnecke (M.) wird vom geistlichen Vizepräsident

Ein Abschied, der einvernehmlich von allen Seiten entschieden worden sei, erklärte de Vries. "Erlebte Verletzungen" könnten so vergeben und vergessen werden. Nachdem Warnecke 2003 vom Kirchenvorstand auf diese Stelle gewählt worden war, hatte dieser alle pastoralen Aufgaben wahrgenommen, wie Seelsorge, Trauerbegleitung, Konfirmationen, Beerdigungen und Predigt. Die Gemeinde erinnere sich gerne daran, verwies der Vizepräsident auf "gute und schwere Zeiten." Denn schon bald "zeichnete sich ab, dass die Vorstellungen von Gemeinde und Pastor nicht deckungsgleich waren. Es gab Enttäuschungen auf beiden Seiten", so de Vries weiter. Daraufhin habe Warnecke "aus persönlichen Gründen" ein Jahr Elternzeit genommen. In diesem Jahr sei bei allen die Einsicht gewachsen, dass Warnecke den Dienst in Rodenberg aufgeben solle. Wenngleich de Vries betonte, dass manches, was Warnecke angelegt habe, "weiterhin wirken wird." Für dessen künftige Aufgaben wünschte der Geistliche: "Gott segne deinen Weg, wohin dieser dich auch führt." Für die evangelische Gemeinde Rodenberg bedeutet dieser Schritt: Pastor Ralf Janßen, der Warnecke bereits in dessen Elternzeit vertrat, übernimmt weiterhin den Dienst als Pastor in St. Jacobi. "St. Jacobi sagt Tschüs und Auf Wiedersehen", übergab Kirchenvorstand Jürgen Wulf im Namen der Gemeinde Geschenke und Blumen an Warnecke. In seinen mit "Erinnerung" überschriebenen Abschiedsworten dankte Wulf dem Pastor und dessen Familie: "Denke daran, Dinge zu vergessen, die dich traurig machen, aber vergesse nie, was dich glücklich macht." Warnecke erinnerte sich nach seiner letzten Predigt in St. Jacobi an "viele intensive Begegnungen" und verabschiedete sich von einem Lebensabschnitt, von dem er sagt: "Es hat nicht sollen sein." Im Pressegespräch gab der Pastor "konzeptionelle Differenzen" mit dem Kirchenvorstand zu. Mit den Gemeindemitgliedern habe es keine Gespräche zu dem Thema gegeben. Seit Anfang Januar verfügt Warnecke über eine halbe Stelle als Klinikseelsorger in Bad Nenndorf. Für die Zukunft wünsche sich der 48-jährige Vater von zwei Töchtern wieder eine Pfarrstelle. Das Problem: "Pfarrstellen sind im Moment schwer zu bekommen", bedauerte er. Im Moment plane Warnecke einen Umzug nach Bad Nenndorf, denn eins steht bereits fest: "Dem Kirchenkreis Schaumburg bleibe ich auf jeden Fall treu."

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