weather-image
17°

Das Ende der Dauer-Umleitung

Hasperde. Gerd Deckmann atmet auf: Seit Mitte Juni sind die Radtouren, die der Rentner zum Besuch einer alten Freundin in Schloß Hasperde unternimmt, deutlich länger. „Erst nach Coppenbrügge, dann über Hachmühlen nach Hasperde. Da brauche ich eine halbe Stunde mehr“, erklärt er. Ab Montagnachmittag kann Deckmann wieder die kürzere Route fahren – dann wird die Hamelbrücke in Hasperde nach mehr als fünfmonatiger Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben.

270_008_6764793_lkbm101_2211_bruecke_hasperde002.jpg

Die alte Brücke über die Hamel war wirklich alt – sie stammte noch aus einer Zeit, als Pferdefuhrwerke und Ochsenkarren noch die zentralen Verkehrsmittel zwischen Deister und Süntel waren. Bis auf das Jahr 1830 gehen die Aufzeichnungen über eine Brücke zwischen Hasperde und Hohnsen zurück. In den 1960er Jahren wurde sie zuletzt umfassend saniert, doch ein Problem bereitete den Experten der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in den vergangenen Jahren zunehmend Sorge: Die Stahlträger, quasi das Gerüst der Brücke, waren stark angegriffen. Auch die Widerlager waren stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Konsequenz nach einigen Sanierungsüberlegungen: Ein Abriss der alten Brücke und Neubau an derselben Stelle. Am 10. Juni wurde die Straße gesperrt, eine weiträumige Umleitungsstrecke empfohlen: Über die Bundesstraße 217 Hachmühlen – Hameln, über die Bundesstraße 442 Hachmühlen – Coppenbrügge und die Bundesstraße 1 Coppenbrügge – Hameln. Buslinien wurden verlegt, Fahrpläne geändert.

All dies kann ab Montagnachmittag wieder rückgängig gemacht werden, die Bauarbeiter haben ihre Arbeit beendet. Letzte Handgriffe an Geländern, Leitplanken und auch die Erdarbeiten im Straßenbereich vor und hinter der Brücke sind abgeschlossen. Entstanden ist eine moderne Brücke, die selbst schweren Fahrzeugen standhält und Fußgängern breiten Raum bietet.

Erste Kostenplanungen der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beliefen sich auf rund 450 000 Euro, bis auf 630 000 Euro waren die erwarteten Kosten kurz vor Baubeginn angewachsen. Sie werden vom Land übernommen, das Mittel für die Erneuerung der Brücke im Rahmen der „Sanierungsoffensive Niedersachen“ bereitstellt.jhr

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare