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BHW und Postbank spenden jeweils 50 000 Euro für die Erdbebenopfer / Gospelchor organisierte Benefizkonzert

Das Elend in Haiti bewegt – und öffnet viele Geldbörsen

Hameln (red/git). Das Leid ist unermesslich, die Not unvorstellbar: Knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti mit mindestens 150 000 Toten und riesigen Zerstörungen ist die Lage in dem gebeutelten Karibikstaat nach wie vor katastrophal. Die Zahl der Obdachlosen steigt, mehr als eine Million Menschen leben unter freiem Himmel oder in Notunterkünften. Weltweit hat das Elend der Haitianer die Menschen zutiefst berührt, eine beispiellose Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst – auch in Hameln.

Hilfe vor Ort: Während auf offener Straße in Port-au-Prince Opfe

Als Vorreiter positioniert sich die BHW Bausparkasse Hameln, die 50 000 Euro an die Erdbebenopfer spendet. Aus diesem Grunde verzichtet das Unternehmen unter anderem auf den Jahresempfang, das BHW-Forum. Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise möchte man nicht tatenlos zusehen und den Menschen helfen. Die Situation der Überlebenden, so Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Gasda, sei dramatisch. Das Geld fließt auf das Spendenkonto der Diakonie-Katastrophenhilfe bei der Postbank Stuttgart. Auch die Mitarbeiter sind aufgerufen, unter dem Stichwort „Nothilfe Haiti“ auf das Konto 502 707 (BLZ 600 100 70) zu spenden. Wie das BHW, spendet auch die Postbank 50 000 Euro.

Der Hamelner Gospelchor Salt’n’Light organisierte kurzfristig in der Marktkirche ein Benefizkonzert für die Erdbebenopfer in Haiti, sammelte Spenden für die Hamelner Hilfsorganisation Interhelp, die seit mehr als einer Woche mit einem sechsköpfigen Team in Port-au-Prince im Einsatz ist. Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann schilderte plastisch und drastisch die Lage im Katastrophengebiet, verwies auf mehr als 700 000 Verletzte, die auf medizinische Hilfe warten. Selbst Behmann Junior Leonhard hielt es an diesem Abend nicht auf der Zuschauerbank. „Ich bin zwar noch nicht erwachsen, aber ich möchte trotzdem helfen – deshalb sammele ich“, sagte der Zehnjährige mit fester Stimme vor mehr als 500 Zuschauern.

Die Mischung aus Live-Konzert und lokalem Spendenaufruf kam bei den Besuchern gut an. Vielen war es wichtig, genau zu wissen, wer das Geld bekommt und wie es dann gezielt eingesetzt wird. „Wir spenden“, betonten Monika Jansen aus Hameln und ihre Freundin Maria Schinke aus Bad Pyrmont resolut. „Uns hat die Katastrophe sehr betroffen gemacht. Wir freuen uns, dass wir helfen können.“ Helmut Scholz aus Hameln schlug angesichts der furchtbaren Zustände in Port-au-Prince und dem nicht minder stark zerstörten Umland verbal in die gleiche Kerbe: „Jeder sollte ganz tief in die Tasche greifen.“ Jürgen und Hannelore Räuning – eingefleischte Salt’n’Light-Fans – waren aus Fischbeck angereist, um die „gute Idee“ eines Benefiz-Konzertes zu unterstützen. „Wir haben bereits für Haiti gespendet und werden heute noch einmal spenden“, erklärte das Ehepaar.

Singen für Haiti: Miriam Risse (vorne) und Lena Brutscheck vom G
  • Singen für Haiti: Miriam Risse (vorne) und Lena Brutscheck vom Gospelchor Salt’n’Light in der voll besetzten Marktkirche. Foto: git

Für Angelika Bichtemann war es gar keine Frage, beim Konzert in der Marktkirche dabei zu sein und für die Ärmsten der Armen zu spenden. Gospelmusik sei für einen solchen Anlass überaus passend, unterstrich die Rohrsenerin. Ruth Strehle aus Afferde spendete ebenfalls, hat allerdings auch eine persönliche Beziehung zum Chor – schließlich singt ihr Mann dort mit. Brigitte Sieberin unterstrich, bereits für die Erdbebenopfer an anderer Stelle gespendet zu haben, wollte aber für Interhelp erneut die Geldbörse öffnen. „Aus Dankbarkeit, dass es bei uns in Deutschland bis jetzt keine solchen Katastrophen gab“, fügte die Hamelnerin an. Lutz und Martina Merawitz lobten die gelungene Kombination des Abends. „Natürlich haben wir uns Geld für eine Spende eingesteckt.“ Chorleiter Rüdiger Meyer zeigte sich am Ende des Konzerts nach 14 Liedern von der Resonanz überwältigt. „4655,87 Euro sind zusammengekommen“, bilanzierte die Organisatorin Barbara Pooch vom Gospelchor.

Unabhängig vom Konzert beteiligten sich auch die Fußballspieler des SV Eintracht Afferde an der Hilfe für die Erdbebenopfer in Haiti. Kassenwart Ulrich Adomat überwies aus der Mannschaftskasse der ersten Herrenmannschaft 250 Euro an die Welthungerhilfe. „Um wenigstens einen kleinen Beitrag zur Linderung des Leides zu leisten“, erklärte dazu der Verein. Der DRK-Ortsverein Afferde plant zudem am Samstag, 30. Januar, ein Spendenfrühstück mit Tombola für die Haiti-Opfer. Das Frühstück beginnt um 10 Uhr im Alten Rathaus (Klußfeld 13). Der Vorstand appelliert an alle Freunde und Mitglieder, sich zahlreich an der Veranstaltung zu beteiligen.

Auch Interhelp ruft zu weiteren Spenden auf. Geld kann unter dem Stichwort Erdbeben auf die Sonderkonten eingezahlt werden: Nr. 203 13 bei der Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10), Nr 33233 bei der Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01) und Nr. 700 700 000 bei der Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 62160).

Internet: Unter der Adresse www.wesio.de/user/Interhelp finden Sie ein Video vom Benefizkonzert in der Marktkirche.

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