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Historischer Ortsspaziergang: Uchtdorfs Wurzeln liegen auf dem Hilgenplatz an der Extertalstraße

Das Dorf, das von der Hochebene ins Tal zog

Uchtdorf (who). Die Ortschaft Taubenberg mit den Dörfern Uchtdorf, Wennenkamp, Friedrichswald und Goldbeck ist erst durch die Gebietsreform von 1974 in ihrer heutigen Form gebildet worden. Dass es keinen zusammenhängenden Historischen Ortsspaziergang für alle vier Dörfer gibt und sich die Taubenbergdörfer in den Rundkursen unter den Nummern 7, 10 und 11 wiederfinden, liegt an den historisch gewachsenen Verbindungen. Deshalb stellen auch wir sie in mehreren Schritten vor.

Uchtdorf wird wegen seiner geografischen Lage zwischen Exter und Waldgebieten "Tor zum Lippischen Bergland" genannt. Das ursprüngliche "Utorpe" war auf der Hochebene Hilgenplatz nahe der Extertalstraße zu finden. Nach Aufgabe der Siedlung im 15. Jahrhundert bildete sich im Tal der Exter das neue Uchtdorf mit sechs Hofstellen als Kern, der noch heute "Bauernecke genannt wird. Im Wesentlichen hat sich der ehemals bäuerlich geprägte Ort zum reinen Wohnort gewandelt. Hupengrund heißt das ehemalige weithin bekannte und beliebte Ausflugslokal als Startpunkt des Ortsspaziergangs. Der Name stammt von einem Rodungsstrang in einem Seitental der Exter und die Anfänge der Gasstätte gehen zurück auf einen ehemaligen Pferdeausspann. Haus Taubenberg 14 oberhalb des Hupengrundes ist eine Kuriosität. Es ist 1814 entstanden, als ein großes Bauernhaus aus Wahrendahl bei Aerzen zerlegt wurde und daraus an drei Stellen in Uchtdorf separate Gebäude entstanden. Die ehemalige Revierförsterei von Uchtdorf liegt in idyllischer Lage wenige Schritte entfernt in nordöstlicher Richtung. Sie bestand seit 1880 und wurde 1999 aufgelöst. Philosophenweg heißt einer der wenigen heute noch erhaltenen Förstersteige, der unmittelbar hinter dem Forsthaus beginnt und durch den Wald nach Strücken führt. Derartige Wege wurden ab 1888 weitgehend als höhengleiche Kontrollpfade angelegt. Sie sollten den Förstern ermöglichen, schnellstens auch in die entlegensten Revierbereiche zu gelangen. Hammerweg heißt eine alte Verbindung, die in wenigen Minuten zum Oberen Eisenhammer von Exten führt. Dieser war mit seinem durch Wasserkraft angetriebenen Hammerschmiedewerk einer der ersten Schaumburger Industriebetriebe. Am Taubenberg 2a: Das Vierständerhaus ist 1821 auf einer kleinbäuerlichen Hofstelle im Hupengrund an der heutigen Wennenkämper Straße errichtet worden. Ursprünglich hatte es im Lippischen gestanden. Das kleine in die Böschung gebaute Häuschen hat früher zur Hofstelle gehört und ist als zweiter "Drilling" aus dem Wahrendahler Bauernhaus entstanden. Kriegerdenkmal: Das Denkmal in zentraler Lage an der Wennenkämper Straße ist 1892 zunächst als Erinnerung der Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 gedacht gewesen. Später wurde es erweitert mit Denkmalen für die Gefallenen der beiden Weltkriege. Das Fachwerkhaus daneben stammt aus dem Jahr 1841 und zeigt vier Eulenfluchten in seinem Giebel. Todtenhof wurde der oben im Dorf gelegene Friedhof früher genannt. Die Gemeinde hatte das Gelände Ende des 19. Jahrhunderts als Gegenleistung des Staates für aufgegebene Waldnutzungsrechte erhalten und roden lassen. Bis dahin hatten die Uchtdorfer den Extener Friedhof mitbenutzt. Aus der Zeit der Erstbelegung ist noch ein Grabdenkmal aus Sandsteinerhalten, das als Zeugnis alter Begräbniskultur gewertet werden darf. Er steht nahe dem Eingang und stammt vermutlich aus der Steinmetzwerkstatt Geck in Rinteln, die auch das Kriegerdenkmal gestaltet hat. Schwarzer Brink 7: Das Haus liegt auf dem Weg zurück zum Startpunkt Gasthaus Hupengrund. Es ist das dritte Gebäude in Uchtdorf, das aus dem Bauernhaus aus Wahrendahl entstanden ist und zwar aus dem mächtigen Fachwerk seines Wirtschaftsgiebels. Sandsteinbrücken: Die Brücken der Exter sowie des östlich vorgelagerten Flutgrabens an der Kasseler Landstraße sind um 1880 entstanden. Sie gehörten zu einer überregionalen Fernstraßenverbindung, die auch für den Postreiseverkehr genutzt wurde. Die denkmalgeschützten Brückengewölbe sind in jüngerer Vergangenheit restauriert worden. Hof Edeler: Das Gebäude an der Kasseler Landstraße 4 in der Bauernecke bildet den Abschluss des Historischen Ortsspazierganges in Uchtdorf. Es ist eine der wenigen vollständig erhaltenen Hofanlagen im Schaumburger Land. Das zentrale Gebäude ist ein stattliches Vierständerhaus von 1824. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz und wird von der Eignerfamilie zurzeit Schritt für Schritt liebevoll restauriert.




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