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Das Deister-Sünteltal bringt sich in Stellung

Beber. Eis, Schnee, Kälte und Dunkelheit, all das konnte die 160 Teilnehmer an der Protest- und Informationsveranstaltung zum Thema „Suedlink-Trasse“ in der Mehrzweckhalle in Beber nicht abhalten. Einzig die niederländische Betreiberfirma Tennet war ferngeblieben.

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„Dass die heute Abend gekniffen haben, darüber sind wir stinksauer“, so die CDU-Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende der Niedersächsischen Landfrauen, Barbara Otte-Kinast, die zusammen mit Carsten Homeier und dem Ortsrat eingeladen hatte. Mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Vietz, der örtlichen Landtagsabgeordneten Petra Joumaah, zahlreichen Kreistagsvertretern, Bürgermeistern und Mandatsträgern der betroffenen Gemeinden war auch viel Politprominenz nach Beber gekommen.

Die erfuhr eingangs in einem Vortrag des Wirtschaftsingenieurs Ingo Rennert, dass sich die als Alternative zur gesetzlich festgeschriebenen Freilandleitung immer wieder angeführte Erdvollverkabelung durchaus rechne. „Vorzugstrasse wäre dabei ein- oder beidseitig entlang oder im Nahbereich der Autobahn 7 mit einer Systemlänge von rund 700 Kilometern“, so Rennert. Statt Waldschneisen von 100 Meter Breite und Masten mit einer Höhe von 70 Metern benötige eine Vollverkabelung in 1,2 Meter Tiefe nur eine 70 Zentimeter breite Schneise. Rennert: „Entscheidende Vorteile hat das auch im Bereich der Sicherheit, etwa für Ballon- und Hubschrauberflüge. Und die 28 Meter Sicherheitsabstand für landwirtschaftliche Beregungsanlagen entfielen bei Vollverkabelung.“

Am überzeugendsten aber erscheint den Teilnehmern Rennerts Kostenvergleich, der die Vollverkabelung gegenüber dem Freileitungssystem entgegen bislang üblichen Darstellungen deutlich im Vorteil sieht.

„Wenn das so ist, dann grenzt das, was momentan passiert ja an Volksverarschung“, erregte sich ein Teilnehmer, und erfuhr vom Kreistagsabgeordneten und Leiter der BI Weserbergland, Rolf Keller, dass im Gesetz nun mal leider Freileitungen vorgesehen seien. „Das Gesetz muss geändert werden“, so lautete dann auch die einhellige Forderung aller Beteiligten an den Bundestagsabgeordneten Michael Vietz. „Wir kämpfen in Berlin über alle Parteigrenzen hinweg dafür, dass hier eine akzeptable Lösung gefunden wird“, versicherte der.

Starke Worte auch seitens des Wirtschaftsförderers des Landkreises, Andreas Manz, der nicht nur die Kompetenz von Tennet anzweifelt, sondern einmal mehr deren Informationspolitik attackiert. Manz: „20 Landkreise haben auf Initiative unseres Landrats bereits in der Hamelner Erklärung ihre Ablehnung der Trassenführung formuliert. Das ist eine gewaltige Zahl.“

Auch von Beber aus formiert sich jetzt der Widerstand gegen die „optimierte West-Variante“ – auf breiter Basis interkommunal und landkreisübergreifend. „Wir sitzen dabei alle in einem Boot“, erklärte Ute Hübner von der „Interessengemeinschaft Deister-Süntel“ und der Pohler Bürgermeister Hubert Hahn. Nun sei es an der Bundesnetzagentur festzulegen, wo welche Trasse realisiert werde. Bis zur endgültigen Entscheidung im Laufe dieses oder des kommenden Jahres werden die Bürger im Deister-Sünteltal und im gesamten Weserbergland aber mit zahlreichen Aktionen entschieden Widerstand leisten, so die Ankündigungen.hzs



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