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Herausforderung für viele Eltern: Das Kinderzimmer strukturiert einrichten

Das Chaos kommt von ganz allein

Ein Kinderzimmer einzurichten, ist für viele Eltern eine große Herausforderung. Viele Funktionen müssen berücksichtigt werden, denn der Raum ist Rückzugsort, Treffpunkt, Schlafplatz und Spielstätte in einem. Woran sollte man also beim Möbelkauf und Renovieren denken, und mit welchen Mitteln lässt sich ein schlichtes Zimmer aufpeppen?

Autor:

Simone Augustin

„Je älter ein Kind wird, desto mehr Mitspracherecht bei der Gestaltung sollte es bekommen“, rät Gabriela Kaiser, Trendberaterin aus Landsberg am Lech. Sie weiß, dass Kinder große Freude an der Umsetzung eigener Ideen haben. Dabei rät sie den Eltern, nicht zu perfekt sein zu wollen und die Persönlichkeit des Kindes einzubringen. Ein Zimmer wie aus dem Katalog hält sie für überholt. „Viel wichtiger sind individuelle Details wie selbst genähte Kissen oder ein bunt gestrichener Stuhl. Kinder mögen es, wenn sie etwas Einzigartiges haben“, erklärt Kaiser.

So sieht das auch Nicole Maalouf, Gründerin von SoLebIch.de, einem sozialen Netzwerk rund ums Thema Wohnen. „Eine Kombination aus neuen, alten und selbst gebastelten Dingen macht das Kinderzimmer spannend und man bleibt flexibel beim Umgestalten, wenn das Kind älter wird“, sagt die Innenarchitektin aus München. Wichtig sei jedoch das Maß. Zu bunt oder wild sollten Möbel, Textilien und Accessoires nicht kombiniert werden. „Das Chaos kommt im Kinderzimmer schließlich von ganz allein“, so Maalouf.

Sie empfiehlt, sich bei Mobiliar, Wandfarbe, Teppich und Accessoires auf zwei bis drei Hauptfarben zu beschränken. Die Möbel sollten eher zeitlos und zurückhaltend sein. Das heißt, sie können beispielsweise alle weiß oder alle aus Holz sein. Die besonderen Fundstücke, etwa ein alter Spint oder eine Landkarte, seien dann die Hingucker im Raum. Wichtiges Detail: Ein großer Teppich sorgt für einen weichen Spieluntergrund und reduziert den Schall.

Eine Einrichtung muss nicht zwangsläufig teuer sein, sagt Gabriela Kaiser. „Man sollte bewusst einkaufen und sich fragen, was man aus alten Dingen bauen oder basteln kann.“ Das könne etwa eine zum Hocker umfunktionierte Mandarinenkiste aus Holz sein. Dieser Mut zur etwas anderen Lösung habe auch noch einen anderen Vorteil, ist sich Kaiser sicher: „Die Kinder spielen viel befreiter, denn niemand erinnert an die Kosten der Neuanschaffung, wenn mal eine Macke entsteht.“

So können schon kleine Ideen den großen Unterschied machen. „Im Bastelladen gibt es Rahmen, die man mit seinen Lieblingsstoffen bespannen kann“, erklärt Maalouf. Das schone nicht nur den Geldbeutel, sondern lasse sich auch schnell wieder erneuern, falls die Farbe nicht mehr passt. Und beim individuellen Bedrucken von Kissen mit Textilfarbe und Schablonen sind auch die Kinder mit Spaß dabei.

Wer lieber fertige Produkte verwendet, kann laut Maalouf mit Tieren zum Aufkleben auf die Tapete eine bunte Tierwelt ins Zimmer holen. Mit dem sogenannten Masking Tape, einem bunten Klebeband, können die Kinder Postkarten und selbst gemalte Bilder an den Wänden arrangieren. Und statt einer einzelnen Reispapierlampe können auch zehn Stück in unterschiedlichen Größen zu einem Bündel zusammengefügt und aufgehängt werden. Da schaut jeder gerne hin.

Stimmungsvoll ist ein Zimmer auch, wenn man es nach einem bestimmten Thema einrichtet. So gibt es Piratenzimmer, verwunschene Dschungelhöhlen und Prinzessinnenschlösser. Auch Comic-Helden und Motive aus Computerspielen haben Einzug in die Kinderzimmer gehalten. „Diese Themen haben großen Einfluss darauf, was Kinder schön und cool finden“, weiß Gabriela Kaiser.

Doch nicht nur die Optik sollte bei der Auswahl von Möbeln und Textilien für ein Kinderzimmer eine Rolle spielen. Worauf es in Bezug auf die Wohngesundheit ankommt, weiß Anja Meyer, Pressesprecherin der Heimwerkerschule DIY-Academy in Köln. „Es gibt kritische Schadstoffe wie Formaldehyd, die noch über Jahre aus den Möbeln ausdünsten und zu Kopfschmerzen, Reizhusten, Unwohlsein und Atembeschwerden führen können“, erklärt sie.

Giftiges Formaldehyd, das unter Krebsverdacht steht, ist vor allem in Teppichböden und Pressspanplatten zu finden. Daher rät Anja Meyer, möglichst auf unabhängige Güte- und Prüfsiegel zu achten, um beim Kauf eine hohe Belastung mit Schadstoffen auszuschließen. „Die Siegel vom TÜV oder der Blaue Engel garantieren zwar nicht, dass die Produkte völlig schadstofffrei sind, jedoch kann man hier davon ausgehen, dass gesetzlich vorgegebene Grenzwerte nicht überschritten werden“, erklärt Meyer. Will man ein Kinderbett oder Stühle neu streichen, empfiehlt die Expertin wasserbasierte Acryllacke, die wenig bis keine Lösungsmittel enthalten.




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