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Das Beste kommt zum Schluss

Hachmühlen. „Oh nein, mir fällt das wirklich nicht leicht. Das ist so eine Mischung aus Wehmut, Stolz und sehr, sehr vielen Erinnerungen“, seufzt Dr. Klaus Pawlowski, wenn er an seine bevorstehende Abschiedsvorstellung in Hachmühlen denkt.

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Dort wird der 78-Jährige am Freitag in der St.-Martini-Kirche seine 30-jährige Kabarettkarriere beenden. „Wir haben zu diesem Zweck extra ein ,Best-of‘ zusammengestellt, das wir ,Der Abschied‘ betitelt haben“, erklärt Pawlowski, der auch diesmal wieder zusammen mit seinem Sohn Peter und der Göttinger Rhetorik-Trainerin Uschi Siemon auftreten wird.

Für Klaus Pawlowski geht mit dem „Abschied“ in Hachmühlen ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.

1935 in Danzig geboren, musste Pawlowski bei Kriegsende nach Dänemark flüchten, ehe er nach Hachmühlen und Springe kam. „Dort habe ich von 1945 bis 1959 gelebt, habe 1956 in Hameln mein Abitur gemacht und eine Lehre als Schriftsetzer begonnen“, so Pawlowski.

Der Sprache und vor allem der Lyrik sei er immer verbunden gewesen. Und so führte ihn sein weiterer Berufsweg konsequenterweise über ein Studium der Germanistik, Phonetik und Psychologie in Tübingen und Saarbrücken zu Tätigkeiten als Nachrichtensprecher und Moderator beim Saarländischen Rundfunk, weiter über Lehraufträge und Lektorentätigkeiten, immer wieder Hörfunkarbeit, zu einer 30-jährigen Tätigkeit als akademischer Oberrat und Leiter des Arbeitsbereiches Sprecherziehung und Medienrhetorik an der Uni Göttingen. Auch für das ZDF, für NDR und WDR hat Pawlowski Rhetorik-Seminare und Fortbildungen veranstaltet. Besonders stolz ist der Wortkünstler auf seine regelmäßigen satirischen Veröffentlichungen in der Berliner TAZ.

Zusammen mit seinem 1964 in Heidelberg geborenen Sohn Peter, der mittlerweile Inhaber einer erfolgreichen Göttinger Werbeagentur ist, startete Klaus Pawlowski 1983 mit der „Gesellschaft für Ruhe und Ordnung“ eine in Niedersachsen wohl einzigartige Kleinkunstkarriere. „Das hat alles als Protestaktion gegen die geplante Raketenstationierung in der BRD angefangen“, erinnert er sich. „Wir haben aber auch vor den Toren des KKW Grohnde gespielt, und der Friedensbewegung damals so ein bisschen das Herz gewärmt.“

Nach sieben Programmen ging die Gruppe 1996 in „Pawlowskisforte“ über, etablierte sich in ihrem Stammdomizil, der Göttinger Kleinkunstbühne APEX, und feierte mit Programmen wie „… und wer bringt den Müll raus?“ (2000) oder „Wo ist der Sicherungskasten?“ (2001) große Erfolge in Südniedersachsen und Nordhessen.

In Bad Münder gastierte „Pawlowskisforte“ erstmals 2006 auf Einladung des damaligen Kunst- und Kulturkreises mit den „Pawlowschen Reflexen“. Es folgten Gastspiele mit dem „Orakel von Elfi“ 2011 und nun „Der Abschied“. „Eine Reminiszenz an die Zeit, in der alles auf den Weg gebracht wurde“, so Klaus Pawlowski. „Ich möchte da aufhören, wo meine künstlerischen und sprachlichen Wurzeln liegen.“

„Das Beste kommt zum Schluss“ und „Man sollte aufhören, wenn es noch schön ist“, ist sich der Kabarett-Senior sicher. Und so feiert er seinen Abschied am Freitag, 18. Oktober, um 19.30 Uhr in der St- Martini-Kirche in Hachmühlen. Kartenvorbestellungen zum Preis von 10 Euro unter 05042/51413 oder bei Bücher Wanderer.hzs

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