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Dartverein zieht die finanzielle Reißleine

Bad Münder. Das Spiel ist aus: Lange wird es den Billard- und Dartverein 1. Deister-Süntel mit Sitz in Bad Münder nicht mehr geben. „Wir mussten Insolvenz anmelden“, bestätigt Vorsitzender Mark Dörlitz auf NDZ-Nachfrage.

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Grund für die Zahlungsunfähigkeit sei das Vereinsheim an der Marktstraße. Wasser, Heizung, Strom – die hohen Nebenkosten haben die Dart- und Billardfreunde in finanzielle Schieflage gebracht. „Zuletzt hat uns der Laden monatlich fast 500 Euro mehr gekostet als unser vorheriges Vereinsheim“, schildert Dörlitz die Umstände, die in die Pleite führten.

Die Misere sei so groß gewesen, dass sich der Vorstand jetzt dazu entschied, die Reißleine zu ziehen und Insolvenz anzumelden. „So kommen wir noch mit einem blauen Auge davon. Hätten wir noch vier Wochen gewartet, wäre der Schaden für die Gläubiger viel größer geworden.“

Als Gutachter hat das Amtsgericht Hameln den münderschen Rechtsanwalt Matthias Wandel eingesetzt. Er prüft gerade den Insolvenzantrag. „Im Moment sieht es danach aus, dass ein Insolvenzverfahren eröffnet wird“, wagt Wandel eine vorsichtige Prognose. Bis zum Abschluss seines Gutachtens dauere es allerdings noch etwa zwei Wochen. Für den Verein hat das den positiven Nebeneffekt, dass die Billiard- und Dartteams die Saison ordnungsgemäß zu Ende spielen können und so einer Geldstrafe durch den Sportverband – und zusätzlichen Forderungen – entgehen.

Sollte in den kommenden Wochen tatsächlich das Verfahren eröffnet werden, löst ein Insolvenzverwalter den Verein auf und verwertet das Inventar. Mit dem Geld zahlt er dann die Gläubiger aus.

Alle Versuche, den Verein am Leben zu halten, schlugen fehl. „Wir haben keine günstigere Immobilie für ein neues Clubheim gefunden“, erklärt Dörlitz. Zudem habe man bei anderen Sportvereinen der Kurstadt um sportliches Asyl gebeten. Aber auch dort sei das Anliegen an den räumlichen Voraussetzungen gescheitert. „Sie haben keinen Platz für eine Billard- und Dartsparte.“

Erschwert wurden die Rettungsversuche durch die schwindenden Mitgliederzahlen – vor allem in der Dart-Sparte. Zahlreiche Mitglieder seien ausgetreten oder dem ehemaligen Vorsitzenden zu einem neuen Club gefolgt, so Dörlitz. Etwa 40 Dart- und Billardspieler zählt der Verein noch. Auch sie werden sich in etwas mehr als zwei Wochen eine neue sportliche Heimat suchen müssen. Der Vorsitzende: „Eine Neugründung wird es nicht geben.“

Vor knapp zwei Jahren ist der „1. Deister-Süntel“ kurzfristig von der Süntel- an die Markstraße 3 gezogen – wegen der Insolvenz des damaligen Vermieters. „Das war übereilt“, sagt der Vereinschef, „wir hätten genug Zeit für die Suche nach einer günstigeren Alternative gehabt“. Dörlitz hat den Vorsitz erst vor einem halben Jahr übernommen, nachdem sein Vorgänger, unter dem der Umzug stattfand, den Verein plötzlich verlassen hatte. Zusammen mit den verbliebenen Mistreitern habe er versucht „das leckgeschlagener Schiff vor dem Untergang zu bewahren“. Ohne Erfolg.

„Es war richtig, den Insolvenzantrag zu stellen“, konstatiert Gutachter Matthias Wandel. „Damit hat der Vorstand Verantwortung gezeigt und größeren Schaden vermieden – auch für die Gläubiger.“ch



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