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Dann aber bitte mit Ei!

Was bei vegetarischer Ernährung von Kindern zu beachten ist

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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite

Darf man ein kleines Kind rein vegetarisch ernähren? Oder fehlen ihm dann wichtige Nährstoffe für eine gesunde Entwicklung? Für vegetarisch lebende Eltern, vor allem solche, die aus ethischen Gründen auf das Fleischessen verzichten, ist das eine wichtige Frage. „Prinzipiell können Kinder auch ohne Fleisch gesund aufwachsen“, sagt dazu die Ernährungsberaterin Stefanie Huter. „Doch sollte man überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, mit einer Festlegung abzuwarten, bis Kinder selbst eine Entscheidung darüber treffen können, was sie essen wollen.“

Ziehen Eltern tatsächlich eine rein vegetarische Ernährung für ihre Familie durch, müssten sie immer im Blick haben, dass kleine Kinder in der Wachstumsphase mehr noch als Erwachsene auf gewisse Nährstoffe für die körperliche und geistige Entwicklung angewiesen sind. Eisen, Jod und das Vitamin B12, diese unverzichtbaren Stoffe liegen gerade im Fleisch auf besonders hochwertige Weise vor. „Wo Fleisch gegessen wird und man ansonsten auf einen ausgewogenen Speiseplan achtet, können kaum Mangelerscheinungen auftreten“, so Stefanie Huter, die sich in ihrem Fach der „Ökotrophologie“ auf die Ernährung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. „Aber auch rein vegetarisches Essen ist eigentlich kein Problem, nur: Eier und Milch müssen unbedingt dabei sein!“

Dann wird auch das wichtige Vitamin B12 in ausreichender Menge aufgenommen, dazu das Eiweiß für ein gesundes Wachstum. Jod ist auch in Fisch enthalten. Wer Fischspeisen ausschließen will, verwendet in seiner Küche Jodsalz, kann aber insgesamt davon ausgehen, dass zum Beispiel Bäckerbrot sowieso mit jodhaltigem Salz gewürzt ist.

„Was das Eisen betrifft, das die Sauerstoffversorgung und Blutbildung des Körpers fördert, so bieten Vollkornprodukte und allerlei Obst und Gemüse ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit, genug Eisen aufzunehmen“, erklärt Stefanie Huter.

Sowohl für Fleischesser als auch für Vegetarier gelte: Vollkornprodukte, dazu fünf Mal am Tag Obst, Gemüse, Milch oder Jogurt – damit sei eine solide Basis für die gesunde Ernährung gelegt. Eier müssten nicht immer als Spiegel- oder Rührei auf den Tisch kommen, denn auch Kuchen, Pfannkuchen und Aufläufe würden ja mit Ei zubereitet.

„Kinder essen Rohkost oft lieber als gekochtes Gemüse“, sagt Stefanie Huter. „Zu jeder Mahlzeit klein geschnittenes Obst und Gemüse anzubieten, dazu vielleicht einen Dip, das verlockt die meisten zum Zugreifen.“ Babys, die noch nicht gut kauen können, müssten entsprechend zusammengesetzte Breie bekommen.

Insgesamt spreche viel dafür, Kindern ein so breites Nahrungsangebot wie möglich zur Verfügung zu stellen. „Nur wenn sie vielerlei Geschmackserfahrungen machen können und feststellen, wie anders jeweils unterschiedlich zubereitete Mahlzeiten schmecken, bleiben sie offen für eine vollwertige Ernährungsweise.“

Auch deshalb würde sie nicht dazu raten, Kinder ganz ohne Fleischspeisen aufwachsen zu lassen. „Außerhalb der Familienküche wird ihnen eh Fleisch angeboten werden – will man den Kindern dann verbieten, es anzunehmen?“

Zwang bringe auf Dauer gar nichts, so ihre Erfahrung. „Man kann Kindern eine Art Roten Faden an die Hand geben und ihnen ein Vegetarier-Vorbild sein, ja“, meint sie. „Aber ihnen jeglichen Fleischkonsum zu untersagen, kann leicht dazu führen, dass sie trotzig erst recht zu Fleischessern werden.“ Und vielleicht entscheiden die Kinder sich ja später selbst dafür, vegetarisch zu leben.

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