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Restauriertes "Viets Dorfcafé" wird mit einem Kunsthandwerkermarkt eröffnet

Damit nichts anbrennt: Den Teig hat ein Akademiker geknetet

Frille (mig). 60 Jahre lang war im Backhaus von Viets Dorfcafé nicht gebacken worden - am Sonntag brannte wieder Buchenholz im alten Ofen. Gefeiert wurde die Inbetriebnahme des restaurierten Gebäudes mit "Botterkauken" und süßen Hamburgern. Bäcker Karl-Heinz Stahlke sorgte für steten Nachschub. Der Backtag war Teil des von der Dorfwerkstatt im Rahmen des Landartfestivals veranstalteten Kunsthandwerkermarktes. An 15 Ständen wurden Gartenkunst, Skulpturen und Metallarbeiten angeboten.

Schon früh am Morgen hatte Stahlke damit begonnen, den Ofen auf 320 Grad zu heizen. Mit Buchenholz sorgte er für eine gleichmäßige Feuerung; acht große Bleche und 20 Brote wanderten an diesem Tag in den halbrunden Schlund. "Hier helfen alle mit; den Teig hat sogar ein Akademiker geknetet", freute sichder langjährige Bäcker am Nachmittag. Ob es nun am Teig lag oder am Händchen des Bäckers: Die schmackhaften Butterkuchen gingen weg wie warme Semmeln. "Durch das Buchenholz-Aroma sind die besonders lecker", erklärte Stahlke. Sein Credo: "Die beste Werbung ist gute Qualität." Während manche Besucher vor allem am Kuchen interessiert waren, nutzten andere die Gelegenheit zur Besichtigung des 50 Quadratmeter großen Gebäudes. Errichtet wurde der Bau mutmaßlich Ende des 19. Jahrhunderts, im Jahr 2005 fiel der Startschuss zur Restaurierung. "Wir haben bisher rund 1000 Stunden Arbeit in das Gebäude gesteckt", sagt der Vorsitzende der Dorfwerkstatt, Architekt Michael Duwenkamp. Die Mitglieder des Vereins erneuerten marode Holzbalken, mauerten die Gefache aus und tauschten Steine aus. Die alte Lehmschlagdecke blieb erhalten. Bei den Arbeiten kam auch ein Holzelement mit der Jahreszahl 1733 zum Vorschein, möglicherweise ein Abrissbalken, der beim Neubau des Backhauses wieder verwendet wurde. Nachgewiesen ist der Hofname Kirchhoff (Beiname Viets - Viets Dorfcafe) seit 1732. Zum ersten Backtag und Kunsthandwerkermarkt anlässlich des Landartfestivals, hatte der Verein 15 Stände nach Frille geladen. Das umfangreiche Angebot umfasste Metallarbeiten, Gartenkunst, Skulpturen, Schmuck oder Textilsachen. Trotz des eher mäßigen Wetters flanierten Hunderte Gäste durch den alten Fachwerk-Hof. Verkäufer Hans Lederer ausRahden lobte denn auch das besondere Flair des Geländes. "Es ist wirklich schön hier, die Dorfwerkstatt hat sich wirklich sehr bemüht." Als einer der wenigen hatte Lederer nicht nur Ausstellungsstücke nach Frille mitgebracht. Mit der Laubsäge bewaffnet, demonstrierte er zudem den schwierigen Herstellungsprozess seiner Kupferarbeiten. "Für meine Arbeiten brauche ich Wochen, Monate und manche Sachen sind Jahresaufgaben", so Lederer, "wirklich bezahlen kann man das nicht." Zunächst bastelte der Rahdener Scherenschnitte aus Pappe, vor acht Jahren ließ er sich dann von Illustrationen aus der Romantik inspirieren. Seitdem sägt Lederer seine ornamentalen Werke aus Kupferplatten heraus. Einen Einblick in diese Kunst erhielten die Besucher durch die Objekte auf dem Ausstellungstisch - ein wunderschönes Namensschild, ein winziger Schmetterling, kunstvolle Serviettenringe oder eine Laterne, die beleuchtet eine magische Wirkung entfaltet. Lederer: "Ich arbeite aus Spaß an der Freud, das hier ist eines meiner Hobbys."




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