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Vor Gericht: Vier Monate mit Bewährung / Eis, Bier und Leergut aus Kiosk am Minigolfplatz erbeutet

Dämlich: Einbrecher plaudert seine Tat aus

Bad Eilsen/Bückeburg (ly). Falls jemals der dümmste Einbrecher im Landkreis gewählt wird, hat ein Eilser gute Chancen, weit vorne zu landen. Im Juli vergangenen Jahres hatte der 24-Jährige sich nachts Zutritt zum Kiosk am Minigolfplatz in Bad Eilsen verschafft. Dass dort nicht viel zu holen ist, hätte er sich eigentlich denken können. Entsprechend mager fiel die Beute aus: Speiseeis, 15 volle Flaschen Bier sowie vier Kisten mit Leergut. Wert: zusammen etwa 55 Euro.

Anstatt die Sache für sich zu behalten, musste der Einbrecher nach der Tat partout im Bekanntenkreis davon erzählen. Dadurch flog er auf und lieferte der Justiz gleichzeitig mehrere Zeugen. Wenigstens die Pfandflaschen hatte der klamme Arbeitslose, der von Hartz IV lebt, zu Geld machen wollen. Eine Kassiererin im Supermarkt konnte sich anschließend noch recht gut an den auch optisch äußerst eigenwilligen Kunden erinnern, der mit vier Kisten Leergut aufgekreuzt war. So viel Dummheit muss bestraft werden: In einem Prozess vor dem Bückeburger Amtsgericht hat Richter Armin Böhm den stümperhaften Einbrecher jetzt wegen Diebstahls im besonders schweren Fall zu vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung. Verbunden ist die Entscheidung unter anderem mit der Auflage, 90 Stunden gemeinnützig zu arbeiten. "Ein Einbruchsdiebstahl ist nichts Kleines", hatte Staatsanwalt Günter Wilkening dem 24-Jährigen ins Stammbuch geschrieben. "Die Gesellschaft kann das nicht hinnehmen." Er habe damals Alkoholprobleme gehabt und sei abgerutscht, warb der Angeklagte um Verständnis. Zwischenzeitlich ist der junge Mann in eine weit entfernte Stadt umgezogen, "um noch einmal komplett neu anzufangen". Das scheint auch nötig, denn bei der hiesigen Justiz hat der junge Mann bereits einige Verurteilungen kassiert. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass nur noch mit Freiheitsstrafen auf ihn einzuwirken sei. In der Ferne jedoch scheint es wieder aufwärts zu gehen. Sogar eine Stelle hat der Arbeitslose nach eigenen Angaben in Aussicht. "Ich habe die Hoffnung, dass der Angeklagte Fuß fasst", betonte Richter Böhm und kam damit zu einer günstigen Sozialprognose, wie Juristen sagen. Als Motiv hatte der 24-Jährige Geldmangel genannt. "Meine Freundin hat mich hier mit zehn Euro sitzen lassen", klagte er. Übrigens: In seinen schlimmsten Albträumen muss sich der Angeklagte bereits im Gefängnis gesehen haben. Über das Urteil ist er jedenfalls "recht glücklich".

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