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Tüftler, Techniker und Individualisten auf den ersten Schaumburger Modellbautagen

"Da wird ein Erwachsener wieder zum Kind"

Obernkirchen (sig). "Ich bin beeindruckt von der Vielfalt der Modelle und deren Größe; da wird ein Erwachsener ganz schnell wieder zum Kind, und es juckt in den Fingern." So startete Bürgermeister Oliver Schäfer seine Begrüßung bei den 1. Schaumburger Modellbautagen in der Lieth-Halle. Mit dieser Veranstaltung erhofft er sich eine frische Brise für den Modellbau im gesamten Schaumburger Land.

Segel, die nicht enden wollen: Bernd Poser, der 2. Vorsitzende d

I hn wie auch vielen anderen Besuchern an den beiden Tagen imponierten die Werke der vielen Freizeitkonstrukteure, die sich zum ersten Male in der Bergstadt trafen. Zu Recht wies Schäfer darauf hin, dass man schon ein Tüftler, Techniker und vor allem ein großer Individualist sein müsse, um sich diesem Hobby zu widmen. So viele Kapitäne, Segler und Piloten im Modellformat hatte die Bergstadt vorher sicherlich noch nicht gesehen. Sie gaben bereitwillig Auskunft, wenn wissbegierige große und kleine Besucher Fragen stellten. Und zu fragen gab es vieles angesichts der Fülle von Schiffen, Flugzeugen, Hubschraubern und Rennwagen,die zu bestaunen waren. Der Modellbau ist - das zeigte diese Ausstellung deutlich - natürlich zu einem nicht unwesentlichen Teil auch ein Spiegelbild der technischen Entwicklung in der Luft- und Seefahrt. Und darin liegt ein besonderer Reiz, denn am Himmel bekommt man manches inzwischen historische Flugobjekt nicht mehr zu sehen. Auch die meisten der als Modell nachgebauten Kreuzer,Schlachtschiffe und selbst U-Boote liegen längst auf dem Grund der Weltmeere. Bei den U-Booten zum Beispiel gibt es inzwischen eine ganz neue Generation, die in wesentlich größeren Tiefen tauchen kann und selbst dort noch erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht. Wasserstoffmotoren sollen die Atomantriebe ablösen. Ein tauchfähiges Modell, das nur noch mit Wassertanks ausgerüstet werden muss, befand sich am Stand des Rodenberger Modellbauclubs.Die absolute Mini-Ausgabe gibt es im Handel. Dieses U-Boot ist kleiner als zehn Zentimeter und kann sich bequem im Aquarium auf große Fahrt begeben. Ein Jugendlicher hat etwas ganz anderes gebaut: einen so genannten Sumpfgleiter. Mit einem solchen Original verfolgte einst James Bond in Florida der Spur von Verbrechern. Am Stand der Bückeburger Modellbaufreunde gab es hingegen unter anderen ein altes Schulungs- und Kunstflugzeug zu sehen, dessen Original aus dem Jahre 1935 stammt. Dieser Doppeldecker hatte einen Fünf-Zylinder-Sternmotor. Welche Kunststücke aber auch Helikopter-Modelle vollführen können, wurde auf einer Leinwand gezeigt. Auch die Modellflugclubs aus Stadthagen und Neustadt verfügen über ein beachtliches Angebot an Fluggeräten aller Art. Von der Decke hing zum Beispiel ein Mitteldecker herunter, dessen Tragfläche sich in der Mitte des Rumpfes befindet. Der Laie wundert sich, was so alles fliegen kann und welches Gewicht sich mit Hilfe der kleinen Benzin- oder Elektromotoren in die Luft erhebt. Ein Stück bitterer deutscher Geschichte wurde wach, als ein interessierter Besucher zu hören bekam, dass es sich bei einem Schiff um das Modell eines Narvik-Zerstörers handelt, der den eher panischen Rückzug der deutschen Armee an der Ostseeküste decken sollte. Die Gesellschaft für Schiffbrüchige hingegen hätte sicherlich ihre Freude gehabt an der Vielzahl von Seenotrettungsschiffen, die ebenfalls im Modell zu bewundern waren. Die Segelgruppe des Stadthäger Schiffsmodellbauclubs zeigte eine ganze Flotte von eleganten Jachten aus modernen Materialien, wie Glasfaser und Kohlefaser - besonderes leicht, aber auch nicht gerade billig. Unter anderem wurde dafür Kevlar eingesetzt, aus dem die Bootskörper der Amerikas-Cup-Schiffe hergestellt werden. Diese Kunststofffaser stammt aus der Raumfahrt. Auch schnelle Rennwagen, eine Vielzahl anderer Autotypen und dazu Lastzüge sowie Eisenbahnen stellte bei dieser zugleich als Börse fungierenden Veranstaltung der Gelldorfer Modellautoclub aus. Der Bückeburger Modellbau-Club ergänzte dieses Angebot durch große Modelle, deren Vorbilder die Formel I und die deutsche Rennwagenmeisterschaft beherrschen. Den Obernkirchener Modellbaufreunden um Dietrich Steinmann, die vornehmlich Segelschiffe, Flächenflugzeuge und Helikopter vorstellten, muss man dankbar sein für den Mut, eine solche Veranstaltung in der Bergstadt auszurichten - und dazu noch mit freiem Eintritt dank ihrer Sponsoren. Sie sollten 2009 eine Wiederholung wagen.



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