weather-image
16°
BSM sorgt sich um fehlende Kapazität

"Couchtourismus" soll für freie Hotelbetten sorgen

Bückeburg (rc). Sønke Lorenzen bleibt Vorsitzender des Bückeburger Stadtmarketings (BSM). Auf der Jahresversammlung wurde er ebenso einstimmig in seinem Amt bestätigt wie seine beiden Stellvertreter Ernst Engelking und Hans-Georg Terner; Vorstandsmitglied für das Finanz- und Berichtswesen bleibt Horst Tebbe.

Der wiedergewählte BSM-Vorstand mit Ernst Engelking (v.l.), Sønk

Förderung des Tourismus sowie die Stärkung des Einzelhandels und, mit beidem verbunden, eine bessere und größere Kaufkraftbindung sind nach wie vor die Hauptaufgaben, die sich BSM auf die Fahnen geschrieben hat. Geschätzt 200 000 Tagesgäste seien 2006 nach Bückeburg gekommen. Dazu kamen 40 000Übernachtungsgäste. Eine stolze Zahl, die 2006 rund zehn Millionen Euro in die Kassen der Bückeburger Betriebe gespült hätte; im Vergleich zu 2001 eine Steigerung von immerhin 33 Prozent, rechnete Lorenzen vor. Um dann zum Problem zu kommen: die fehlenden Hotelkapazitäten in der Stadt nach der erneuten Insolvenz des "Alten Forsthauses" Anfang 2006. Seither fehlten in der Stadt Kapazitäten für 6- bis 7000 Übernachtungen. Lorenzens Aufruf an Politik und Verwaltung: "Werden sie tätig, es werden Hotelkapazitäten benötigt." Zuvor hatte der Sprecher der Sparte Hotellerie und Gastronomie, Gerhard Ostermeier, darauf verwiesen, dass in absehbarer Zeit keine weitere Steigerung derÜbernachtungszahlen zu erwarten sei - wenn nicht ein weiteres Hotel eröffnet wird. Es gebe bereits "Abwanderungserscheinungen" in die Nachbarstädte, die sich "sehr schnell zu einem Negativtrend" entwickeln könnten: Hotelgäste würden dann lieber gleich in Minden oder Stadthagen buchen. Dabei habe gerade Bückeburg im Bereich des Tourismus noch ein erhebliches Potenzial, berichtete Ostermeier weiter. Gerade einmal 30 Prozent der Übernachtungsgäste seien Touristen, der Rest allesamt Geschäftsleute. Um kurzfristig Kapazitäten freizuschaufeln, forderte Lorenzen die Bückeburger zum "Couchtourismus" auf. Kommen Verwandte, Freunde und Bekannte, sollten die in den heimischen vier Wänden einquartiert werden, desto mehr Hotelbetten stünden für andere Gäste zur Verfügung. In Reaktion auf geplante Großprojekte in Minden wie die Erweiterung Hagemeyers oder der geplanten Domhof-Galerie forderte Lorenzen den Bückeburger Einzelhandel zu einheitlichen Öffnungszeiten auf: Besonders mittags müsse jedes Geschäft geöffnet sein, damit jeder Kunde wisse, er könne in dieser Zeit in Bückeburg einkaufen, oder "fürstlich shoppen" wie der Vorsitzende an den Slogan des vergangenen Jahres erinnerte. Nur so könnten die Auswirkungen der Mindener Projekte auf Bückeburg gering gehalten werden, Kaufkraft gebunden werden. Denn nach Untersuchungen rechnen die Mindener Investoren damit, 25 Millionen Euro Kaufkraft aus den umliegenden Städten und Gemeinden abziehen zu können. Lorenzen: "Wirtschaftsförderung und Verwaltung müssen aktiv werden." Ansonsten konnte BSM eine positive Bilanz ziehen. Bis auf "Bückeburg on Ice" ( siehe Bericht unten) seien alle Veranstaltungen wie "Bückeburg kocht über", Busworkshop, Tourismus- und Ausbildungsbörse, Stadtball oder aber Weihnachtsmarkt gut angenommen worden. Auch Neujahrsempfang oder "Bückeburg holt den Beat zurück" hätten Lob bekommen: Wiederholungen sind geplant. Die guten Veranstaltungen machten sich positiv in der Kasse bemerkbar, wie Finanzvorstand Tebbe berichtete. Einnahmen von 161 000 standen Ausgaben von 148 000 Euro gegenüber. Größte Einnahmeposten waren die Mitgliedsbeiträge in Höhe von 39 000 Euro sowie ein Zuschuss der Stadt in Höhe von 25 000 Euro. DerÜberschuss von 13 000 Euro wurde genutzt, um Darlehen - Schulden aus dem Expo-Jahr - zurückzuzahlen.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare