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Corona: Ausnahmezustand bedroht Konzertbranche

Wegen der Corona-Pandemie fürchten auch Musiker, Konzertveranstalter, Security-Firmen und  Technik-Unternehmen um ihre Existenzen. Der NDZ verrieten Scorpions-Perkussionist PiTTi Hecht, Marquess oder Peter Wackel, wie sie die Lage sehen.

Die Region Hannover hat als zuständige Gesundheitsbehörde verfügt, zunächst alle Veranstaltungen bis einschließlich 17. April zu untersagen. Hannover Concerts und zahlreiche andere Konzertveranstalter sind bemüht, zeitnah neue Termine für die bis dato ausgefallenen Veranstaltungen bekanntzugeben. Unter www.hannover-concerts.de kann sich jeder über den aktuellen Stand der Konzertsituation informieren.

"Zahlreiche Veranstalter berufen sich aktuell auf die erlassenen Verordnungen und Empfehlungen des entsprechenden Ministeriums, der Landkreise, Städte und Gemeinden, die es uns Künstlern im Moment unmöglich machen, zu arbeiten. Es ist faktisch ein Berufsverbot. Viele  Beschäftigte können unter erheblichen Einschränkungen wenigstens noch ihrer Arbeit nachgehen - uns entzieht man durch die Auftrittsverbote jedoch die Existenzgrundlage. Das betrifft natürlich nicht nur uns Musiker, sondern auch noch viele andere Branchen, die um ihre täglichen Einkünfte fürchten müssen", teilt uns NDW-Star Markus auf Anfrage mit.

Scorpions-Perkussionist PiTTi Hecht sagt: "Als Profimusiker, der fast ausschließlich von Konzerten lebt, kann ich nur für meine Kollegen und mich hoffen, dass in diesem Land mit gezielten Maßnahmen die erkranken Menschen behandelt werden und das demokratische Leben, wie wir es uns hier mühsam aufgebaut haben, mit sicheren Veranstaltungen jeglicher Art weitergeführt wird. Ich habe auch schon in China und Japan Percussion-Workshops für Kinder gegeben. Daran ist momentan leider nicht zu denken."

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Dominik Decker von Marquess hat auch Verständnis für die Situation: "Ich denke, es ist nötig, die recht drastischen Maßnahmen, die  überall wegen der sehr schnellen Verbreitung des Virus ergriffen werden, durchzuführen. Dass schwer erkrankten Menschen in unseren Krankenhäusern geholfen werden kann, muss Priorität haben, und das ist ja nur durch eine Verlangsamung der Ausbreitung möglich. Insofern haben wir für Absagen von Konzerten auch großes Verständnis. Wir sind derzeit im Studio und steigen erst Ende April in die Live-Saison ein. Bislang haben wir mit dem ZDF-Fernsehgarten erst eine Absage erhalten."

Malle-Star Peter Wackel sagte der NDZ: "Wir haben die Situation verkannt und bis zuletzt gehofft, dass der Corona-Spuk bald vorbei ist. Das ist sehr menschlich, zumal an diese Hoffnung zahlreiche Existenzen geknüpft sind. Mich erreichen die ersten Insolvenzen, Firmeninhaber stehen vor ihrem Ruin und wissen nicht weiter. Als Künstler und Veranstalter, der von den Auftritten und Veranstaltungen lebt, bin ich gleichwohl betroffen. Die Auftritte werden jetzt schon bis in den Juni hinein abgesagt oder umgeplant. Viele Veranstaltungen fallen aber auch einfach nur weg, weil sich keine Ersatzdaten finden oder weil mein Terminkalender oft einfach auch schon voll ist. Momentan halten wir alle zusammen, wir arbeiten mit den Veranstaltern an Lösungen und machen uns gegenseitig Mut. Alleingänge und Egoismus sind in diesen Zeiten unangebracht und kurzfristig gedacht".

Trotz aller massiven Einschränken - einig sind sich die Stars darin, dass man in dieser Zeit nicht die vielen Menschen vergessen dürfe, die teilweise bis zur völligen Erschöpfung für uns tätig sind. Dazu gehören insbesondere Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Rettungsdienste – zudem Forscher, die unermüdlich daran arbeiten, den nötigen Imstoff zu finden.




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