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Nach Rücktritt von Teilen des Vorstandes gibt es außerordentlichen Delegiertentag am 10. März

Chorverband will neue Impulse setzen

HAMELN. In der Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins Bessingen kam es zur Sprache.

U. Truchseß

Autor

Ulrike Truchseß Reporterin / Wir von Hier

„Die neue Ausrichtung des Verbandes sei mit den Vorstellungen des bisherigen Regionsvorstandes nicht vereinbar, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gestalte sich schwierig und freie, kreative Entscheidungen fänden nicht die notwendige Resonanz“, hieß es da zur Begründung des Rücktritts vom bisherigen Regionsvorsitzenden Gerd Fliege (Region West) sowie seiner Stellvertreterin Cornelia Valentin (Region West). Auch Hartmut Greve vom MGV Bessingen erwägt jetzt, ob es noch sinnvoll ist, wenn sein Verein weiterhin der Chorregion West angehört, „da durch immer mehr Zusammenschlüsse und Direktiven eine regionsbezogene personelle Unterstützung für Laienchöre auf der Strecke bleibt“.

In Niedersachsen gibt es zwei Chorverbände, während der niedersächsische Chorverband (NC) aufgeteilt in vier Regionen (Nord, Ost, Süd, West) Mitglied im Deutschen Chorverband ist, gibt es noch den Chorverband Niedersachsen-Bremen ohne bundesweite Dachorganisation, erläutert die Präsidentin des Niedersächsischen Chorverbandes, Marcela Jatzlau. Der NC sei ein gemeinnütziger Interessenverband für niedersächsische Chöre und Gesangsensembles. Er vertritt 20 000 Mitglieder aus rund 400 Chören. Darunter sind 40 Kinder- und Jugendchöre. Die gebürtige Kolumbianerin hat selbst Gesang studiert und leitet seit 2013 die Pyrmonter Sternchen, die einst aus den Amelgatzer Sternchen hervorgegangen sind, sowie seit drei Jahren den Frauenchor Tündern (Kirchenchor) mit 26 Mitgliedern, der neu gegründet wurde. Sie ist 1986 aus Kolumbien nach Hannover gekommen und hat dort eine private Gesangsausbildung bei Prof. Charlotte Lehmann erhalten. Mit der Chorarbeit in Hannover hat sie 1988 begonnen. Seit 1990 leitete sie den Choro Hispano in Hannover. Von ganz unten hat sie sich in dem Chorverband hochgearbeitet, seit Januar 2017 ist sie die Präsidentin und damit Nachfolgerin von Wolfgang Schröfel. Der NC bietet auch Fortbildungen an, und zwar Chorleiterforum, eine Chorleiterassistenzausbildung sowie Stimmbildung für Chormitglieder. Strukturelle Veränderungen des Chorverbandes brauchten Zeit, um bei den Vorständen umgesetzt zu werden. Gehofft wird, dass die Regionsvorstände als Multiplikatoren wirken, dass sie sich mit dem Niedersächsischen Chorverband identifizieren. Marcela Jatzlau betont: „Es ist respektabel, wenn Ehrenamtliche zurücktreten, wenn sie die Beschlüsse nicht mitvertreten können. Der Niedersächsische Chorverband ist ihnen dankbar, für das, was sie bisher geleistet haben über Jahre hinweg.“ Jatzlau betont auch, dass die Leistung von Gerd Fliege bei den Vorbereitungen für den Niedersächsischen Chorwettbewerb hervorragend gewesen sei. Allerdings sei dies eine Veranstaltung des Landesmusikrates Niedersachsen gewesen, der alle vier Jahre neu beschließt, wo der Wettbewerb in Niedersachsen stattfinden soll. Der Beschluss des Landesmusikrates sei auf Bad Pyrmont gefallen. Aufgabe des NC sei es dabei, als Kooperatationspartner die Organisation vor Ort zu unterstützen.

Der NC muss nun auf die Rücktritte im Vorstand der Chorregion West reagieren und konnte Tanja Kirchberg-Hellendahl aus Lüntorf als kommissarische stellvertretende Vorsitzende der Region West gewinnen. Weiterhin im Vorstand verblieben sind Wolfgang Ernst und Hans Ahrens. Bei einem außerordentlichen Delegiertentag am Samstag, 10. März, in Brunkensen bei Alfeld finden die Nachwahlen statt. Außerdem findet dort eine Fortbildung des NC zum Thema Chormanagement statt. Marcela Jatzlau betont: „Es ist wichtig, sich über die Honorierung der Chorleiter Gedanken zu machen.“ Sie ergänzt auch, vor zehn Jahren hatten kleine Chöre auf dem Land wenig Hoffnung auf ein Überleben gehabt. Doch das Interesse der Menschen habe sich verändert. Das zeige der Trend in den Großstädten, dort steige das Interesse am Singen. Der NC will Chören die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, um zu sehen, wo sie stehen und wie sie ihre Bühnenpräsenz verbessern können. Der NC sieht es als seine Hauptaufgabe an, regelmäßige Schulungen und Seminare durchzuführen. Diese Veranstaltungen seien auf die verschiedenen Interessengruppen zugeschnitten. So gebe es spezielle Angebote für Chorleiter, Vorstände und für Sänger. Ziel sei es immer, neue Impulse in die Chorarbeit zu setzen und gemeinsam an der qualitativen Entwicklung des Chorgesanges zu arbeiten.

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