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Neues Angebot soll Fernost-Partnerschaft intensivieren / Morgen Liveübertragung

Chinesisch-Unterricht per Webcam: Ernestinum zeigt Projekt auf der CeBIT

Rinteln (clb). Das Thema China bekommt am Gymnasium Ernestinum einen immer höheren Stellenwert. Nachdem im Herbst vergangenen Jahres erstmals eine Lehrer- und Schüler-Gruppe zu Gast in der südwestchinesischen Stadt Chong Qing war, bietet das Gymnasium seit diesem Halbjahr Chinesisch-Unterricht an. Das Besondere: Einmal pro Woche findet der Unterricht per Kameraübertragung von Hannover aus statt. Dieses Projekt wird morgen auf der CeBIT in Hannover vorgestellt.

Die intensive Auseinandersetzung mit chinesischer Kultur und Sprache begann 2006, als Lateinlehrer Ralf Kirstan ans Ernestinum kam - und mit ihm seine aus China stammende Frau Liping, die Kurse zur chinesischen Malerei leitete und den Kontakt für den Schüleraustausch herstellte. So wurde das Kultusministerium, das für das Pilotprojekt "Chinesisch als Fremdspra- che" noch auf der Suche nach einer geeigneten Schule war, auf das Rintelner Gymnasium aufmerksam. Zwei Stunden in der Woche unterrichtet Liping Kirstan jetzt 13 Schüler aus den unterschiedlichsten Klassenstufen, die jüngsten sind Sechstklässler. Der Unterricht ist ein Zusatzangebot, findet also nachmittags nach dem regulären Lehrplan und auf freiwilliger Basis statt. "Dieses Projekt ist eng verzahnt mit dem Austauschprogramm", erklärt Ralf Kirstan. Geplant sei, dass die Schüler, die sich für das Erlernen der chinesischen Sprache entschieden haben, später beim Austausch dabei sind. Eine weitere Doppelstunde Chinesisch findet dienstags von 14 bis 15.30 Uhr statt. Diese wird von der beim Chinesischen Zentrum angestellten Diplompädagogin Yi Ji von Hannover aus unterrichtet - Computer und Webcam, Leinwand und Mikrofon machen es möglich. In Rinteln wird der Leinwandunterricht trotzdem von Liping Kirstan begleitet, die bei Fragen und Verständnisschwierigkeiten den Schülern zur Seite steht. So werden den Schülern Zeichenlehre, Phonetik und Aussprache vermittelt. "Unser Ziel ist es, eine Verständigung im Alltag möglich zu ma- chen", erklärt Yi Ji. Nach zwei bis drei Jahren hätten die Schüler eine gute Grundlage, um am Austausch teilzunehmen und ihre Kenntnisse später zu vertiefen. Auch Liping Kirstan macht der Unterricht mit ihrer Gruppe viel Spaß: "Die Schüler sind sehr aktiv, motiviert und können schnell auf- nehmen." Und gerade in jungen Jahren falle es den Kindern leicht, neue Schriftzeichen zu lernen. Das bestätigt sich auch im Gespräch mit den Schülern. "Es hieß ja eigentlich, dass das alles sehr schwer ist. Auch, weil der Altersunterschied zwischen den Schülern sehr groß ist", sagt Jörn Tiemann (16), ergänzt jedoch: "Aber ich finde, es funktioniert sehr gut." Und auch der 14-jährige David Aumann stimmt ihm zu: "Ich bin zwei Wochen später dazu gekommen, aber konnte trotzdem alles schnell aufholen. Wir werden hier gut integriert." Wenn sich das Pilotprojekt bewährt, soll der Chinesisch-Unterricht künftig einen festen Platz im Lehrplan bekommen. "Unsere Wunschvorstellung ist es, Chinesisch langfristig als Wahlsprache anzubieten", erklärt Schulleiter Reinhold Lüthen. Auch das Austausch-Programm soll fortgesetzt werden. Am morgigen Sonnabend wird das Projekt auf der CeBIT unter dem Namen "Chinesisch-Online im virtuellen Klassenzimmer" präsentiert. Um 10 Uhr wird der Stand in Halle 9 durch Ministerpräsident Christian Wulff eröffnet, danach stellt sich das Chinesische Zentrum vor. Anschließend geht Reinhold Lüthen auf das Chinesisch-Angebot an niedersächsischen Schulen ein und erklärt, wie das Pilotprojekt am Ernestinum läuft, bis schließlich die Liveübertragung des Unterrichts aus Rinteln beginnt. Gegen 11 Uhr endet die Präsentation.




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