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Sozialpsychologin Prof. Christine Morgenroth zu Gast in Bad Münder

Chancen von Integration: Auch mal in die Augen schauen

BAD MÜNDER. Wie kann kulturelle Vielfalt erlebbar werden? Welche Hürden, Gefahren und Chancen sind mit Integration verbunden? Diesen Fragen ging die Professorin für Sozialpsychologie und Psychotherapeutin Dr. Christine Morgenroth von der Leibniz-Universität Hannover in ihrem Vortrag in der Grundschule nach.

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Autor:

Christoph Huppert

Eingeladen hatte die Soziaraum-AG im Rahmen des laufenden Projektes „Kulturelle Vielfalt. Bad Münder zeigt Gesichter“ (NDZ berichtete). Bis Ende September werden dabei zahlreiche Münderaner Einrichtungen und Organisationen Beiträge und Veranstaltungen zum Thema „Migration und Integration“ anbieten. Höhepunkt der Reihe wird das bunte Fest in der KGS am 18. September sein. Auch die Neue Deister-Zeitung begleitet die Reihe mit einer Artikelserie.

Vor rund 40 Gästen gab Morgenroth jetzt eine theoretische Einstimmung in die Thematik. Ihre These: Begegnung ist die unerlässliche Voraussetzung für das Erleben kultureller Vielfalt. Dabei verursache Fremdes zuerst stets eine große Verunsicherung, die durchaus zu Ablehnung, Fremdenhass und Xenophobie führen könne.

„Es geht vor allem um den Zugang zu Gefühlen“, so die Sozialpsychologin, die deutlich machte, dass zwischen der euphorisch-unkritischen Begrüßung der Flüchtlinge und dem nach den Kölner Ereignissen eingetretenen Stimmungsumschwung in Richtung zunehmender Ablehnung zwei extreme Perspektiven wahrzunehmen seien.

Es gelte daher, sich immer wieder in der persönlichen Realitätswahrnehmung zu prüfen, um einen „Angstreduktionsvorgang“ einzuleiten. Zuviel an Nähe sei dabei ebenso kontraproduktiv wie allzu große Distanz.

Im Mittelpunkt von Morgenroth Ausführungen stand deshalb das Augen-Experiment des amerikanischen Psychologen Arthur Aron.

Sich vier Minuten lang schweigend unverwandt in die Augen zu blicken, führe dazu, dass Emotionen geweckt und durch „die Stärke der Emotion Handlung initiiert“ werde könne. Morgenrot: „Aus solchen kleinen Momenten erwachsen Entscheidungen, die fest in der Psyche verankert sind.“

Gerade in der durch die fehlende Sprache gekennzeichneten ersten Begegnungsphase sei das sehr wichtig, bestätigte der Münderaner Integrationslotse Erwin Schlatterer in der anschließenden Diskussion.



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